Auch beim VfB Stuttgart darf für den Rest der Saison pro Spiel fünf Mal ausgewechselt werden. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Für den Rest der Saison sind in der 1. und 2. Bundesliga von nun an fünf statt der üblichen drei Auswechslungen erlaubt. Grund ist die besondere Belastung durch die Corona-Krise. Auch andere Entscheidungen wurden getroffen.

Frankfurt/Main - In der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sind für den Rest der Saison fünf statt drei Auswechslungen erlaubt.

Das entschied die Deutsche Fußball Liga am Donnerstag und übernahm damit die vom Weltverband FIFA eingeführte Änderung wegen der größeren Belastung durch die Corona-Krise.

Außerdem gab es noch weitere Punkte, über die bei der virtuellen Mitgliederversammlung mit Vertretern aller 36 Clubs diskutiert wurde.

Was wurde dann überhaupt beschlossen?

Große Einigkeit herrscht beim Ziel, die Saison vollständig auszutragen. „Einstimmig mit einer Enthaltung“ sei diese Entscheidung gefallen. Zudem sind sich die Vereine einig, dass die Saison notfalls auch nach dem 30. Juni fortgesetzt werden soll.

Gibt es weitere Entscheidungen?

Ja. Im weiteren Verlauf der wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März unterbrochenen Saison kann ein Spiel aus „übergeordneten zwingenden rechtlichen, organisatorischen und/oder sicherheitstechnischen Gründen kurzfristig in einem anderen Stadion“ ausgetragen werden. Außerdem wurden das Hygienekonzept in die DFL-Spielordnung aufgenommen und dem DFL-Präsidium gestattet, die Wechselperioden der kommenden Saison im Rahmen der FIFA-Vorgaben zu verändern. Und: Ab sofort dürfen die Mannschaften auch fünf statt wie bisher drei neue Spieler einwechseln.

Kommt es dann aber nicht zu taktischen Spielchen am Ende einer Partie?

Dass mehr Zeit als sonst geschindet wird, ist eher unwahrscheinlich. Denn fortan dürfen zwar fünf neue Spieler gebracht werden, den Trainern stehen hierfür aber lediglich „drei Gelegenheiten“ zur Verfügung. Die „Kommission Fußball“ der DFL empfiehlt zudem, dass maximal zwei Spieler gleichzeitig eingewechselt werden.

Warum wurde noch nicht geklärt, was bei einem vorzeitigen Saisonabbruch geschehen wird?

Weil die Tragweite einer möglichen Regelung viel zu groß ist und es nicht einfach „mal so“ entschieden werden kann, ob es dann Auf- und Absteiger sowie einen deutschen Meister geben soll. Oder wer in den Europacup einzieht. Ohnehin hatte am Mittwoch eine Vorbesprechung gezeigt, dass allein in der 1. Liga die Vereine ziemlich gespalten sind. So sollen acht der 18 Vereine den Vorschlag der DFL abgelehnt haben, auch im Falle eines Saisonabbruchs „am Grundprinzip eines sportlichen Auf- und Abstiegs zwischen der Bundesliga und der 2. Bundesliga und zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga unter Beibehaltung der Anzahl von jeweils 18 Klubs“ festzuhalten.

Wann soll das Thema dann geklärt werden?

Innerhalb der nächsten beiden Wochen sollen Beschlüsse gefasst werden. Und das ist auch sinnvoll, denn die Saison ist dann schon wieder zwei bis drei Spieltage älter - und die Tabellenkonstellation eventuell schon wieder ganz anders. Die DFL will unbedingt die rechtliche Sicherheit, da es sonst wie etwa in Frankreich zu juristischen Auseinandersetzungen mit den Vereinen kommen könnte.

Ist die Saison nun also gerettet?

Noch lange nicht. Die größte Gefahr für das Konzept sind weitere Infektionen im Umfeld der Mannschaften wie bei Dynamo Dresden. Aufgrund zweier Corona-Infektionen hatte das Gesundheitsamt Dresden das ganze Team des Zweitligisten in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Sollten andere Teams bei Infektionen ebenfalls geschlossen in Isolation müssen, wäre ein geordnetes Saisonende irgendwann nicht mehr machbar. Auch bei einem drastischen Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland wäre eine Fortführung der Bundesliga nicht mehr vertretbar.

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