Impro-Theater im Merlin Irre Ideen, schräger Humor

Von Wenke Böhm 

Das Impro-Team begeisterte  mit originellen Ideen und  schrägem Humor. Foto: Wenke Böhm
Das Impro-Team begeisterte mit originellen Ideen und schrägem Humor. Foto: Wenke Böhm

Das Impro-Theater Stuttgart führte die Zuschauer im Merlin bei seiner Vorstellung auf den schmalen Grat zwischen Wahrheit und Lüge.

S-West - Mit heraushängender Zunge windet sich Stephanie Hunger auf der hinteren Stuhlreihe. Sie spielt den Hund Bets, und hat nicht mehr lange zu leben. Ein Stück Schokolade war es, das nach einer abenteuerlichen Geschichte dem armen Tier den Garaus machte. Das Team vom Impro-Theater Stuttgart spielt sich am Freitagabend im „Merlin“ so richtig in Fahrt - unter lautem Gelächter des Publikums in dem kleine Theater.

Im Saal ist es eng aber gemütlich. Die Stimmung ist im wörtlichen und übertragenen Sinne aufgeheizt. Dicht an dicht sitzen die Impro-Fans auf den bunten Stühlen und verfolgen gebannt das Geschehen auf der Bühne.

Wahr oder falsch?

Zuvor haben die Schauspieler ihnen auf den Zahn gefühlt: „Wer hat schon Weihnachtsplätzchen gebacken?“, wollen sie wissen. Eine Frau steht mutig auf, um dann zu gestehen, dass sie diese auch bereits wieder verzehrt hat. „Und wer hat schon einmal etwas gestohlen?“ Diesmal hält es nur erschütternd wenige Menschen auf den Stühlen – was alle ziemlich verblüfft.

Dann sollen die Zuschauer Detektive sein. Je drei abenteuerliche Erlebnisse präsentieren ihnen die Mimen und spielen sie auch gleich vor. „Wahr oder falsch?“, lautet die entscheidende Frage. Mal stehen die Akteure am Grab, mal in der Wildnis. Sie flirten und albern, sie hecheln, plappern und werden sogar zur Actionfigur oder zu den Rocky Mountains. Und so heißt es dann auch: „Stephanie, wenn Du bitte mal kurz sterben könntest.“ Wenigstens muss der Hund Bets am Ende nicht sein Leben lassen, das war bloß eine Fantasie.

Das Impro-Team punktet mit originellen Ideen, lebendigem Spiel und bisweilen auch schrägem Humor. Spontan wird alles, was unten im Saal passiert, kurzerhand in die jeweilige Szene integriert. Selbst als das dritte Glas im Raum zerbricht, finden die Akteure noch einen passenden Spruch dafür. Nur als zum Schluss die drei erfolgreichsten Hobby-Detektive, darunter ein Kind und ein Jugendlicher, auf die Bühne kommen, wird es ein wenig lang. Denn an ihnen wird schnell deutlich, was die Zuschauer längst ahnen: Spontaneität ist eine hohe Kunst.

Kleiner Grinsverkehr

Frühere Akteure der Gruppe „Der Kleine Grinsverkehr“ bilden jeweils mit Gästen das Impro-Theater Stuttgart. An diesem Abend sind es sieben Schauspieler und jede Menge Geistesblitze. Improvisationstheater lebt vom Augenblick, von Kreativität und Einfallsreichtum. Ziel ist es, aus wenigen Anregungen eine Geschichte zu formen und das Publikum mit Tempo und Witz zu fesseln.

Die nächsten Auftritte von Impro-Stuttgart sind das Mitmachmärchen für Kinder am 6. Dezember und die Adventskalendershow „mit vielen Überraschungen“ am 18. Dezember. Weitere Informationen bietet die Internetseite der Truppe unter www.impro-Stuttgart.de.

Redaktion Stuttgart-West

Ansprechpartnerin
Kathrin Wesely
s-west@stz.zgs.de

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