Ein 71-Jähriger fährt mit seinem Wagen durch den Zaun an einer beliebten Badestelle und tötet dabei zwei deutsche Touristen. Foto: AP

Sie wollten ihre Familie besuchen und etwas in der Sonne baden. Doch die Reise zweier Deutscher in die USA endete tödlich.

Washougal - Zwei deutsche Touristen sind beim Sonnenbaden an einer Badestelle im US-Staat Washington von einem Mann überfahren und getötet worden. Die Polizei nahm einen 71-Jährigen aus Washougal (US-Staat Washington) in Gewahrsam. Er soll unter Drogeneinfluss Auto gefahren und Fahrerflucht begangen haben.

Das deutsche Paar, ein 61-jähriger Mann und eine 62-jährige Frau, war vor einigen Tagen in die USA gekommen und hatte nach Polizeiangaben einen Ausflug zum Washougal River gemacht. Dieser liegt etwa 30 Minuten Fahrtweg von der Stadt Portland (Staat Oregon) entfernt, wo sie Familienangehörige besuchten.

Der Verdächtige erschien am Mittwoch vor Gericht. Die Kaution wurde auf 500 000 Dollar festgelegt (440 000 Euro). Am 10. Juli soll laut Behördenangaben Anklage erhoben werden. Der Angeklagte hat laut Gericht ausgesagt, vor dem Unfall getrunken zu haben. Ein Atemalkoholtest vier Stunden nach dem Unfall zeigte laut Gerichtsdokumentation einen Wert von 0,85 Promille. In Washington gilt ein Wert ab 0,8 Promille als Nachweis für Trunkenheit am Steuer.

Badestelle ist sehr beliebt

Die Polizei teilte mit, der Verdächtige habe nach der Fahrt durch einen Zaun weder angehalten noch abgebremst. Er sei eine steile Böschung hinab zu der Gegend gerast, in der man sonnenbaden konnte, sei dort scharf nach links abgebogen und habe die Opfer überfahren. Anschließend habe er ein Schild umgefahren und sei durch die andere Seite des Parkplatzes verschwunden. Die Festnahme geschah mehrere Kilometer entfernt. Die Behörden vermuteten nicht, dass der Verdächtige und das Paar sich kannten.

Die nahegelegene Gemeinde regierte schockiert. Bewohner hielten am Mittwoch am Tatort an, um Blumen niederzulegen. Mit orangefarbenem Spray gesprühte Dreiecke zeigten die Lage der Opfer an. Die Bewohnerin Carrie Cox sagte, die Todesfälle hätten sie so mitgenommen, dass sie sich einen Tag frei genommen habe. Ihr 14-jähriger Sohn suche die Badestelle häufig auf. „Sie ist sehr beliebt“, sagte sie.

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