Ulrike Barthruff ist nach schwerer Krankheit gestorben. Foto: /Daniel Schneider

Ob im Fernsehen als Bäckersfrau Marga in der Schwabenserie „Laible und Frisch“ oder auf der Bühne des Alten Schauspielhauses in „Maria Stuart“: Ulrike Barthruff hat viele Formate überzeugend ausgefüllt. Mit 70 Jahren ist die beliebte Schauspielerin gestorben.

Die Trauer in der Stuttgarter Theaterszene ist groß. Mit 70 Jahren ist Ulrike Barthruff gestorben, die mit Herzblut spielte und für ihre ansteckende Energie und ihren mitreißenden Humor bekannt war. Seit ihrer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg stand sie auf zahlreichen Bühnen der Republik, wirkte in Serien und Filmen im Fernsehen mit und wurde immer wieder für Hörspiele gebucht.

 

Wer die gebürtige Stuttgarterin gut kannte, sagte „Ulle“ zu ihr. „Ulle war eine Kollegin, auf die man sich absolut verlassen konnte“, sagt die Schauspielerin und Komödiantin Monika Hirschle, die oft mit ihr vor der Kamera oder auf der Bühne stand. Nicht nur eine großartige Schauspielerin sei sie gewesen, sondern auch „eine kluge, humorvolle und wunderbare Freundin“.

Der Autor und Produzent Frieder Scheiffele hatte noch an Weihnachten mit Ulrike Barthruff gesprochen, als sie sich bei ihm für seine Post zu den Feiertagen bedankte. Über viele Jahre waren beide ein enges Team. „Ulle war eine verlässliche und beliebte Konstante für den ,Laible und Frisch‘-Kosmos“, sagt der 42-Jährige. Ob in der SWR-Serie, im Kinofilm „Do goht d‘r Doig“ oder auf der Bühne – überall spielte sie die Bäckersfrau Marga mit Herzblut. Auch bei den Burgfestspiele Jagsthausen war die Mutter einer Tochter und Großmutter eines Enkels in dieser Rolle zu sehen. Dabei habe sie die Wandlung von der eher zurückhaltenden Ehefrau in der Serie bis hin zur starken Heldin im Kinofilm „überzeugend dargestellt“, lobt Scheiffele.

Ihr Ehemann Volker Jeck war ebenfalls ein Schauspieler

Über die Feiertage lief die Bäckerserie „mit guter Resonanz“ auf Regio TV, freut sich der Filmproduzent, und ist bis Ende Januar dort kostenfrei in der Mediathek zu sehen. Als hervorragende Schauspielerin habe sie in jedem Genre überzeugt. Auch im „Tatort“ war sie zu sehen, ebenso in „Oh Gott, Herr Pfarrer“. 1975 hatte Ulrike Barthruff in einer Folge von „Tadellöser & Wolff“ ihr Debüt vor der Kamera gegeben und eng mit dem SWR häufig für Mundart-Hörspiele zusammengearbeitet. Außerdem zählte sie zum engen Team der Stuttgarter Schauspielbühnen, war unter anderem in „Fracking“ und in „Maria Stuart“ zu sehen. Dort trat auch ihr 2021 verstorbener Ehemann Volker Jeck, ebenfalls ein Schauspieler, häufig auf.

Großes Repertoire

Zum Repertoire von Ulrike Barthruff gehörten unter anderem Amanda („Die Glasmenagerie“), Gertrud in „Hamlet“, Doris („Witwenclub“), Sofie („Mein Lebtag“), Bernarda („Bernarda Albas Haus“) und Claire Zachanassian („Besuch der alten Dame“) sowie Gila („Blütenträume“) und Konstanze Engelbrecht („Der dressierte Mann“).

Traurig denkt ihre Kollegin und Freundin Monika Hirschle an viele schöne, gemeinsame Momente mit ihr, ob beruflich oder privat, und ruft aus, was viele denken, ihre Kollegen, ihre Familie, aber auch ihre Fans: „Ulle, du fehlst!“