Graffiti, wohin das Auge reicht: Rund 50 Prozent der Wände in beiden Tunneln wurde besprüht. Foto: RP Stuttgart

Im Gäubahn- und im Viereichenhautunnel zwischen Schattenring und Heslacher Tunnel wurden im großen Stil illegale Graffiti aufgebracht. Das Regierungspräsidium Stuttgart schätzt die Kosten für die Entfernung auf rund 200 000 Euro.

Seit Beginn der Sommerferien lässt das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart die Fahrbahnen der B 14 zwischen Schattenring und Heslacher Tunnel sanieren. Aus diesem Grund wurde die Bundesstraße in diesem Bereich in Fahrtrichtung Stuttgart voll gesperrt. Das für die Maßnahme zuständige Baureferat des RP hat nun mit Schrecken festgestellt, dass in den derzeit nicht befahrbaren Tunneln Gäubahn und Viereichenhau großflächig illegale Graffiti aufgebracht wurden. „Unser Baureferat geht davon aus, dass die Sprayer in der Nacht auf Mittwoch in den Tunnel unterwegs waren“, sagt RP-Sprecherin Stefanie Paprotka. Dabei müssen sicher mehr als ein oder zwei Sprayer unterwegs gewesen sein. Laut RPS wurden rund 50 Prozent der Tunnelwände besprüht.

 

Der ein oder andere mag die „Kunstwerke“ sicher attraktiver finden als die nackten Betonwände. „Doch aus Gründen der Verkehrssicherheit müssen die Graffiti wieder entfernt werden“, sagt die Sprecherin. Die Kosten für die Entfernung belaufen sich nach ersten Schätzung auf rund 200 000 Euro. Eine teure Maßnahme, die aber zwingend ist. Denn Beleuchtung und Helligkeit sind in Straßentunneln elementar. „Beim Bau und der Instandhaltung muss deshalb auf einen bestimmten Reflexionsgrad geachtet werden, um eine ausreichende Helligkeit zu erzielen“, erklärt die Pressesprecherin. Viele Tunnelwände seien daher bis zu etwa drei Meter Höhe mit einer speziellen Farbe angestrichen worden, um den Grad der Reflexion und somit die Helligkeit zu erhöhen. „Aufgrund der großflächig aufgetragenen Graffiti ist das in beiden Tunneln nicht mehr der Fall“, sagt Stefanie Paprotka. Ein weiteres Problem: Die zum Teil sehr auffälligen Grafiken und Schriftzüge können die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ablenken und somit das Unfallrisiko erhöhen.

Zeitpunkt für die Reinigung noch offen

Wann die Reinigung erfolgen soll und wie lang sie dauern wird, steht noch nicht fest. „Es wird wohl eine zweite Sperrung geben“, erläutert die RPS-Sprecherin. Zudem müsse mit der Verkehrsbehörde und der Polizei abgestimmt werden, ob die Entfernung unter laufendem Verkehr bei halbseitiger Sperrung oder nur bei einer Vollsperrung der Tunnel erfolgen kann.

Fakt ist derweil: „Sobald die Tunnel nach den Sommerferien wieder für den Verkehr freigegeben sind, muss – bis die Graffiti entfernt werden können – die Geschwindigkeit aus Gründen der Verkehrssicherheit auf 40 Kilometer pro Stunde reduziert werden“, sagt Paprotka. Ob es bei den genannten rund 200 000 Euro für das Entfernen der Graffiti bleibt, muss man abwarten. „Die Sanierung kann teurer werden, falls eine neue Spezialfarbe aufgetragen werden muss“, sagt die Sprecherin. Diese Kosten können durchaus so hoch werden wie die für die Entfernung der Graffiti. Das Regierungspräsidium Stuttgart werde auf jeden Fall Strafanzeige gegen unbekannt stellen.