Busfahrer Marc Grieser (links) und Juniorchef Carsten Frank mit einem der neuen Hybridbusse des Hattenhofener Unternehmens Frank & Stöckle. Foto: Horst Rudel

Als erstes Busunternehmen im Kreis setzt die Firma Frank & Stöckle neuerdings Hybridbusse im Linienverkehr ein. Der Juniorchef Carsten Frank ist einschlägig vorbelastet – als Kfz-Mechatroniker mit Fachrichtung System- und Hochvolttechnik.

Hattenhofen - Im Kreis sind sie die Ersten, die im Buslinienverkehr auf die neue und umweltschonende Antriebsform setzen: Manfred und Carsten Frank haben zwei neue Aushängeschilder in ihrer im Ausbau befindlichen Busflotte – einen 18 Meter langen Gelenkbus und einen Standardbus mit Hybridantrieb. Der Dieselmotor mit Euro-6-Norm wird dabei von einem zwischen Motor und Getriebe zwischengeschalteten Elek­tromotor unterstützt. Das Prinzip: Bremskraft wird in elektrische Energie umgewandelt, die in speziellen Batterien unter dem Busdach gespeichert und dann über den Elektromotor in den Fahrbetrieb eingespeist wird. Wie groß die Effizienzverbesserung letztlich ist, könne man momentan noch nicht genau sagen, erläutert dazu der Juniorchef des Hattenhofener Busunternehmens, das zum 1. Januar die Citybuslinien in Göppingen übernimmt. Erfahrungswerte gingen von Verbesserungen in einer Größenordnung von von 8,5 Prozent aus. Neben einer verringerten Schadstoffemission bedeutet dies grob geschätzt einen Minderverbrauch von rund fünf Litern Diesel je 100 Kilometer.

Firmenchef mit Hochvoltschein

„Ich bin ein Stromer“, sagt Juniorchef Carsten Frank zur persönlichen Motivation für den Ökobus, den er im vorigen Jahr im Rahmen einer Messe bestellt hatte. In Ulm hat er bei der Daimlertochter EvoBus, dem Omnibushersteller, eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker mit Fachrichtung System- und Hochvolttechnik absolviert. Optimal für eine Firma mit Trend zu Elektromotoren: „Ich habe den Hochvoltschein und darf an Elektrofahrzeugen arbeiten".

Apropos Elektromotoren: Bei reinen Elektrobussen sei man technisch leider noch nicht so weit, dass diese in einem Linienverkehr wie dem ihren im Göppinger Raum eingesetzt werden könnten, sagt Carsten Frank. Da reichten bisher weder Kapazität noch Reichweite. Ähnlich wurde dies im Frühjahr dieses Jahres in Stuttgart formuliert, als die SSB dort die Anschaffung weiterer Hybrid-Busse ankündigte, was dort den Anteil der Busse „mit innovativem Antrieb“ auf zwölf Prozent erhöhte. Unter anderem wird in der Landeshauptstadt die neue Schnelltrasse X 1 zwischen Cannstatt Wilhelmsplatz und Cityring komplett mit Dieselhybridbussen von Daimler und Volvo bedient.

Esslingen setzt auf Elektro-Hybridbusse

In Nürtingen hat derweil ein Pilotprojekt, das auf der Linie 169 mit einem Elektro-Kleinbus das Gewerbegebiet Bachhalde mit dem Omnibusbahnhof verbindet, angesichts schwächelnder Fahrgastzahlen für ziemliche Ernüchterung gesorgt. In Esslingen wiederum sind seit Ende des vergangenen Jahres vier Elektro-Hybridbusse im Einsatz. Die Fahrzeuge vom Typ „Solaris Trollino“ sind an das noch erhalten gebliebene Esslinger Oberleitungsnetz gekoppelt, können aber mittels während der Fahrt geladener Batterien auch autark fahren. Auch in Ludwigsburg setzt man stark auf Busse mit elektrischer Komponente. Die ersten Fahrzeuge der Hybrid-Busflotte waren dort bereits vor zwei Jahren präsentiert worden.

Seine ersten vollelektrischen Busse hat derweil Daimler-Benz im Juli in Mannheim vorgestellt. Zu jenem Zeitpunkt ging man von 170 vollelektrisch betriebenen Bussen aus, die in Deutschland im Nahverkehr unterwegs sind – inklusive der etwa 70 mit Oberleitung, wie in Esslingen. Die Serienfertigung des als Stadtbus konzipierten E-Citaro mit 150 Kilometern Reichweite läuft demnach Ende diesen Jahres an. Zu den ersten Bestellern gehören offenbar die Städte Mannheim, Berlin und Hamburg.

Zurück nach Hattenhofen: Hier sind die beiden Diesel-Hybridbusse ein erster Schritt auf dem Weg zur umweltfreundlicheren Busflotte. Vier weitere Hybridbusse sind schon bestellt, bei denen im kommenden Jahr auch die Förderung fließen dürfte, für die man bei der Order der ersten Exemplare noch zu früh dran war. „Macht nichts“, sagt Carsten Frank: „Wir wollen etwas für die Umwelt tun und den ÖPNV stärken.“ In diesem Sinn gehört auch ein Elektro-Smart zur Fahrzeugflotte des Unternehmens. Mit ihm kommen die Busfahrer zu ihren Einsatzstellen. Ein weiteres Elektroauto ist bestellt – mit Cabriodach. „Unseren Fahrern soll bei ihren Fahrten über Land ja auch was gegönnt werden.“

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