Den besten Freund des Menschen gibt es nicht umsonst. Für seinen treuen Vierbeiner muss ein Hundehalter Steuer an seine Kommune zahlen. Wie viel, das legt der Gemeinderat fest. Foto: dpa/Boris Roessler

In den Kommunen des Kreises gelten völlig unterschiedliche Hundesteuer-Sätze. Statistiker haben ermittelt, wie viel die einzelnen Gemeinden pro Kopf dank des Menschen besten Freund einnehmen.

Göppingen - Vor den Sommerferien haben die Göppinger Stadträte beschlossen, die Sätze der Hundesteuer zu lassen, wie sie sind: 108 Euro werden pro Jahr für den ersten Hund fällig, 216 für jeden weiteren. Kampfhunde, die als besonders aggressiv und angriffslustig gelten, werden mit 780 Euro besteuert. Unterm Strich kommt da einiges zusammen, hat jetzt das Statistische Landesamt ermittelt.

 

Die größte Stadt im Landkreis hat im Jahr 2019 auch die meisten Einnahmen aus der Hundesteuer verbucht: knapp 256 000 Euro. Pro Einwohner liegt die Kreisstadt damit aber eher am unteren Ende der Skala: 4,40 Euro Hundesteuer hat rechnerisch jeder Göppinger im vorigen Jahr bezahlt. Zum Vergleich: Die Lautersteiner zahlen im Schnitt 8,60 Euro pro Einwohner. Gemessen am Gesamthaushalt der Stadt Göppingen mit rund 170 Millionen Euro ist die Viertelmillion, die die Vierbeiner in die Kasse spülen, allerdings eine verschwindend geringe Summe.

Freie Hand für Verwaltungen

Dabei hat die Hundesteuer für die Kommunen mehrere Vorteile: Erstens können sie deren Höhe selbst festlegen, und zweitens handelt es sich um eine Aufwandsteuer. Jede Gemeinde kann mit dem eingenommenen Geld im Prinzip machen, was sie will. Sie muss damit also nicht die Hinterlassenschaften der Tiere entfernen, sondern kann dafür ein neues Feuerwehrauto kaufen oder einen Kindergarten sanieren. Ein Zweck der Steuer ist nämlich auch, die Hundepopulation einzudämmen.

Differenzierter als Göppingen geht die Große Kreisstadt Eislingen das Thema Hundesteuer an: Hier kostet ein Hund im Jahr 144 Euro, doch wenn der Halter mit seinem Tier eine Hundeprüfung ablegt, gilt der gleiche Satz wie in Göppingen: 108 Euro. Weitere Hunde sind in Eislingen ebenfalls teurer, 216 mit Prüfung, 252 ohne. Zwingerhunde kosten 396 Euro und Kampfhunde – hierzu zählen in Baden-Württemberg unter anderem der American Staffordshire, der Bullterrier und der Pitbull-Terrier – 720 und jeder weitere 1440 Euro. Allerdings kann der Halter mit seinem Kampfhund – auch Listenhund genannt – auch einen Wesenstest ablegen, dann wird das Tier wie ein regulärer Hund veranlagt.

Wo und wann es billiger wird

In Wäschenbeuren sind Hunde günstiger zu halten, 100 Euro werden im Jahr berechnet, das Doppelte für jeden weiteren. 750 Euro kostet allerdings der erste Listenhund, 1500 jeder weitere. Wer viele Hunde hält, sollte überlegen, nach Uhingen umzuziehen: 108 Euro kostet jeder Hund, egal wie viele Tiere man besitzt. Und auch Kampfhunde sind mit 432 Euro vergleichsweise preiswert. Ebenfalls 108 Euro berechnet das benachbarte Ebersbach, bei jedem weiteren Hund verdoppelt sich der Betrag allerdings. Für „jeden gefährlichen Hund“ berechnet die Stadt 612 Euro. Das gilt auch für bissige Hunde, die beispielsweise einen Menschen angefallen haben und keine Listenhunde sind.

Gerade einmal 96 Euro verlangt Bad Boll für den ersten Hund, wer mehr Tiere hält, muss dann jeweils das Doppelte überweisen. Dafür werden für Kampfhunde in der Voralbgemeinde rekordverdächtige 900 Euro fällig – dieser Betrag gilt auch für weitere Listenhunde.