Haben den Klassenverbleib im Visier: Falk Heßler (links) und seine Spieler Foto: Baumann

Der Stuttgarter Hockey-Zweitligist will jungen Spielern eine Perspektive bieten – Ziel ist der Klassenverbleib.

Stuttgart - Das Problem ist alt, es ist bekannt, aber bisher hat der HTC Stuttgarter Kickers noch keine Lösung gefunden: Nach dem Abitur orientieren sich die Spieler anders. Auslandsjahr, Studium in einer anderen Stadt oder Zeitmangel wegen des Berufs. Kurzum: Die Jungs, auf die der Hockeyclub in der zweiten Bundesliga setzen wollten, sind weg. Jetzt haben die Verantwortlichen einen neuen Plan: „Wir wollen den Spielern eine Perspektive bieten“, sagt Trainer Falk Heßler. „Die Entscheidung, uns zu verlassen, soll ihnen schwerer fallen.“

Zum einen heißt das, dass der Club in diesem Winter nicht aktiv um Neuzugänge geworben hat. „Wir wollen uns darauf hinbewegen, mehr clubeigene Spieler einzubauen“, sagt Heßler. Die Jungs aus den Jahrgängen 1998/99 und auch schon 97 stehen in den Startlöchern, wie zum Beispiel Hannes Weidemann und Sten Brandenstein. Möglichst früh sollen die jungen Männer eine feste Rolle im Bundesliga-Team spielen, sehen wohin ihre sportliche Reise führt.

Zum anderen sollen den Spielern auch außerhalb des Hockeyplatzes Perspektiven aufgezeigt werden. Schon lange versucht der Club für die Spieler Kontakte zu Firmen oder Sponsoren herzustellen. „Diese Bemühungen wollen wir jetzt intensivieren“, erklärt Heßler. Denn gerade was duale Ausbildungswege betreffe, verfüge der HTC über interessante Kontakte. Dies alles soll dazu führen, dass nicht jedes Jahr ein neuer personeller Umbruch ansteht.

Mit so vielen jungen Spielern in die zweite Hälfte der Feldsaison zu starten, birgt jedoch ein Risiko, denn noch hat der HTC den Klassenverbleib nicht sicher. Platz sechs ist zwar weit weg von den Abstiegsrängen, aber von Platz neun trennen den HTC nur vier Punkte. Und unter Umständen bedeutet der schon den Abstieg in die Regionalliga. Entscheidend dafür, ob es nur einen oder zwei Absteiger gibt, ist, ob der Nürnberger HTC in Liga eins bleibt oder künftig eine Staffel weiter unten mitmischt. „Der Gefahr sind wir uns bewusst“, sagt Trainer Heßler, „aber wir haben die berechtigte Hoffnung, dass es reicht.“ Zum einen spielen zwei der direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib – der SC Charlottenburg und der HLC RW München – noch in Stuttgart „und wir haben dementsprechend trainiert“, sagt Heßler. Viel Kondition stand auf dem Programm. „Klar ist, dass die jungen Spieler ein paar Fehler mehr machen, aber dafür müssen sie eben mehr rennen“, sagt Heßler. Allgemein sei die Vorbereitung auf die noch ausstehenden neun Spiele gut gelaufen. „Das Tempo wird in der Liga zwar noch gewaltig anziehen, aber die Jungs haben bisher richtig Gas gegeben.“

Das erste Spiel bestreiten die Stuttgarter Kickers an diesem Samstag daheim (15.30 Uhr) gegen die TG Frankenthal, die Platz fünf belegt. „Obwohl wir in der Tabelle nah beieinander stehen, wird das erste Spiel schwer“, prognostiziert Heßler. „Die haben mehr erfahrene Bundesligaspieler als wir, aber es wäre eine Riesensache zu punkten.“ Vor allem wäre es ein großer Schritt Richtung Klassenverbleib. Einen Abstieg aus der zweiten Bundesliga kann sich der HTC fast nicht leisten – denn die Regionalliga wäre das falsche Zeichen, um die jungen Spieler langfristig an den Club zu binden.

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