Der Whirlpool beherbergt den Champagner: Luxus auf der Lifestyle-Messe. Foto: factum/Bach

Die Lifestyle-Messe am Schloss Monrepos bietet alles für das Grundstück in Villenlage. Der große Trend sind Outdoor-Küchen, die dann schon mal 14 000 Euro kosten dürfen.

Ludwigsburg - Es ist 11 Uhr, die Sonne brezelt auf den gepflegten Rasen vor dem Seeschloss Monrepos. Egal wie gehoben das Ambiente und wie wichtig der Redner ist: Hier schwitzt jeder, Sozialismus des Schweißes sozusagen. Martin Schmidt, der Geschäftsführer der Home-and-Garden-Gesellschaft, nimmt es mit Humor: „Ich komme aus dem Norden, da gibt es keinen Sommer.“ Wie immer sind die Macher zuversichtlich: Margit Metzger etwa, die Projektleiterin, die mit ihrem sympathischen pfälzischen Dialekt am liebsten jeden Aussteller persönlich umarmen würde.

Nur seine Durchlaucht, der Herzog Michael von Württemberg, weilt im Urlaub beim Golfspiel. Lässt aber ausrichten: „Die Home and Garden hat sich etabliert und lädt wunderbar zum Verweilen ein.“ Dass der Adlige einmal mehr das Schloss exklusiv für das Publikum öffnet, sieht er auch als Service an: „Vor allem durch die Aussteller wirkt das nicht bewohnte Seeschloss sehr wohnlich.“

Nun denn, auf ins Vergnügen. Schon der Eintritt von 12 Euro signalisiert, dass man hier nicht zum Spaß ist. Egal ob der Mercedes oder der Porsche in der schwäbischen Garage versteckt wird, das muss sich lohnen. Also, was sind die Trends für das gepflegte Villengrundstück in bester Wohnlage? Natürlich: Grillen, grillen, grillen. Am besten in der Outdoor-Küche.

Ein Lavastein für 800 Grad Hitze

Das hat schon mal seinen Preis, wie Markus Oehler an seinem Stand freimütig einräumt: „ So wie es hier steht kostet die Küche 14 000 Euro.“ Für den Garten, wohlgemerkt. Dafür knarzen dann Eichenholzbretter und alles ist in Modulen handgefertigt. Der neuste Schrei ist ein Lavastein, um bei 800 Grad mondän zu brutzeln: So karamellisiert das Fleisch wie im Steakhouse. Dazu noch der Plancha-Grill: eine zwölf Millimeter dicke Stahlplatte, auf der Shrimps oder Gemüse geröstet wird.

Wenige Meter weiter schwimmen die Champagnegläser auf einem Whirlpool, getrieben vom Strudel der Düsen. Designermöbel haben gerne extravagante Namen, etwa vom neuen Anbieter Magnolie Orange: „Alpenaufstieg mit Sauerkrautpizza“ nennt sich ein Stahl- und Holzstuhl, auf dem sich ein Flokati nach oben schlängelt. „Halt etwas Besonderes“, schmunzelt die Geschäftsführerin Christel Dewes.

Ist Kreditkarte noch nicht gesperrt? Wie wäre es mit Lamm-Nappaledertaschen an einem gemeinsamen Stand mehrerer Designer? „Das Desgin ist puristisch, nicht die Tasche steht im Vordergrund“, erklärt der Macher Bernhard Hansl. Puristisch dann auch der Preis von 600 Euro. Aber da ja nicht nur die Halbhöhenlage zu Geld gekommen ist, weil Betongold oder das Ingenieursdasein bei einer der Weltfirmen manchen Kleinbürger geldadelt. Man spricht nicht darüber, gönnt sich aber.

Tischgrill und Orchideen für den kleinen Geldbeutel

Natürlich gibt es auch viele Nettigkeiten für den kleinen Geldbeutel. Bleiben wir beim Grillen: Der neuste Schrei sind Tischgrills, etwa von Lotus. Echte Holzkohle wird durch einen Ventilator nur durch Sauerstoff befeuert. Es stinkt und raucht nicht, geht sogar (mit offenem Fenster) indoor, das ganze Set kostet 149 Euro. Mindestens reicht es aber für ein paar Orchideen oder Kakteen als Zierde. Das versöhnt auch den preisbewussten Schwaben, wie ein kleiner Dialog verdeutlich. „Des könnet mer auf die Garage macha“, meint er. Die Gattin flötet: „Noi, des macht der Gärtner.“

Wem selbst das zu teuer ist: Ein wenig schlendern, ein paar Accessoires kaufen und den herrlichen Ausblick vom Schloss auf den See genießen: Da darf man sich schon ein wenig wie alte Herzog Carl Eugen fühlen. Das ist doch jeden Preis wert.

Infos zur Messe Home and Garden

Rund 140 Aussteller sind dieses Mal dabei. Die Organisatorin Margit Metzger setzt aber nicht auf weitere Expansion, damit die Messe nicht zu groß wird. Wenn das Wetter mitspielt, werden 16 000 Besucher erwartet. Es soll wieder mehr um den klassischen Garten gehen, Pflanzen und Dekoration stehen daher in diesem Jahr verstärkt im Fokus. Ein Schwerpunkt liegt auch auf dem Designangeboten. Das benachbarte herzögliche Weingut bietet während der Messe Führungen an, Die Messe läuft nochbis zum Sonntag. Infos unter www.homeandgarden-net.de.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: