Gekonnt mit der Brust gestoppt: WFV-Präsident Matthias Schöck Foto: factum/Weise

Das Höfleswetzturnier ist gerettet. Zusammen mit den Stuttgarter Nachrichten als Medienpartner ist der Württembergische Fußball-Verband (WFV) in die Bresche gesprungen, die der ADAC hinterließ. „Darauf sind wir stolz“, sagt der WFV-Präsident Matthias Schöck.

Stuttgart -

Herr Schöck, sind Sie stolz?

Worauf?

Darauf, dass die fast 50-jährige Tradition des Höfleswetzturniers jetzt vom WFV fortgesetzt wird?

Da kann man wirklich stolz sein. Zudem hatten wir als Verband schon immer einen Bezug zu diesem Turnier. Nicht zuletzt durch das Mitwirken unserer Schiedsrichter. Daher war es einer unserer ersten Gedanken, als wir vom Ausstieg des ADAC Württemberg hörten, hier einzusteigen und das traditionsreiche Turnier aufrechterhalten.

Ist es ein Glücksfall für den Verband, weil Sie so noch mehr in der Breite wirken können?

Auch wenn wir das Thema Breiten- und Freizeitsport schon lange und intensiv beackern, ist dieser Aspekt des Straßenfußballs, der Höfleswetz, schon ein interessanter zusätzlicher Bereich. Insofern versprechen wir uns durch das Höfleswetzturnier auch, Kinder und Jugendliche für den Fußball zu begeistern, die bisher noch keinen Zugang dazu hatten.

War es schwierig, Ihre Gremien davon zu überzeugen, zusammen mit den Stuttgarter Nachrichten als Medienpartner die Nachfolge des ADAC anzutreten?

Der Gedanke, das Turnier aufrechtzuerhalten, hat sich relativ schnell festgesetzt. Und als in den Sondierungsgesprächen mit den Partnern deutlich wurde, dass hier ein gegenseitig großes Interesse besteht, war klar: Wir machen das. Vor allem das Kultusministerium als Schirmherr zeigte großes Interesse an einer Fortsetzung.

Welche Werte will der WFV mit dem Turnier transportieren?

Natürlich stehen beim Fußball Werte wie Fairness und der Teamgedanke im Vordergrund. Genau das wollen wir an diesem Tag, nicht zuletzt auch durch das Rahmenprogramm, rüberbringen. Daran sollen die Kinder und Jugendlichen beim Höfleswetzturnier schnuppern und auch Gefallen finden.

Fußball wird gerne als ein Brennglas der Gesellschaft bezeichnet. Gehen diese Werte im Fußball und damit in der Gesellschaft auch immer mehr verloren?

Ich würde es nicht so hart ausdrücken. Aber man muss in der heutigen Zeit ein bisschen mehr um diese Werte kämpfen und Fair Play hochhalten. Und genau darum ist dieses niederschwellige Format des Höfleswetzturniers wunderbar, um alle Bereiche und Schichten der Gesellschaft zu erreichen. Zudem fördern wir hier, es ist ja auch immer wieder ein Team mit behinderten jungen Menschen dabei, den Gedanken der Integration und Inklusion.

Haben Sie früher selbst im Höfle gekickt?

Ich bin ja auf dem Land aufgewachsen. Da hatten wir – anders als in der Stadt – natürlich mehr Möglichkeiten. Aber tatsächlich: Ich habe jeden Tag mit meinem Kumpel auf der Wiese oder im Garten gekickt. Und wissen Sie was?

Nein.

Über diese Geschichten und Erlebnisse beim Kicken sprechen wir heute noch. Der Fußball schafft einfach eine große Verbundenheit unter Menschen.

Was haben Sie durch den Fußball fürs Leben gelernt?

Das Thema Mannschaftsport hat mich stark geprägt. Dieser Gedanke, dass man als Team gemeinsam gewinnt oder verliert. Und mich hat der Sport auch im Ehrenamt durch das Arbeiten in Gremien geprägt. Davon profitiere ich bis heute in meinem eigenen Berufsleben.

Sind so auch Ihre hohe Akzeptanz als Bürgermeister von Hildrizhausen und Ihre Wahlergebnisse, die bei rund 90 Prozent liegen, zu erklären?

Ach, das sollen andere bewerten. Aber es freut einen natürlich. Grundsätzlich denke ich, dass meine Art und Bodenhaftung schon diesem Teamgedanken entspringen.

Wie wichtig ist, wie sich der VfB beim Turnier engagiert?

Der VfB ist das Flaggschiff in der Region und im Verband, auf das die Jugendlichen hochschauen. Insofern freuen wir uns über das Engagement des VfB und die Kooperation mit der VfB-Fußballschule. Ich will jetzt nicht behaupten, dass das Höfleswetzturnier die ganz große Talentschmiede ist, aber es sind Trainer vom VfB da. Es ist sehr erfreulich, dass der VfB Stuttgart hier auch seiner sozialen Verantwortung gerecht wird.

Martin Hägele, Mitglied im WFV-Trainerlehrstab, hat zuletzt als Ideengeber das Höfleswetzturnier mitgeprägt. Er ist Initiator des StN-Fair-Play-Preises. Wie wichtig sind solche Impulse und andere Weiterentwicklungen für das Turnier?

Martin Hägele ist ein Quell an Ideen. Solche Leute brauchen wir. Daher wird er zusammen mit unserem Verbandssportlehrer Michael Rentschler vor dem Turnier auch einen Workshop für Trainer und Betreuer der Höfleswetz-Teams anbieten.

Sind Sie am Tag des Turniers selbst dabei?

Ich habe den 24. September fest im Kalender vermerkt und bin auf jeden Fall dabei.

Trauen Sie sich dann auch, beim Jonglierwettbewerb mitzumachen?

(Lacht). Eher nicht. Ich war Torwart.

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