Ein Schwätzchen bei schönstem Sonnenschein. Das Gewitter kam erst am Abend Foto: Stollberg

Statt auf dem Bihlplatz findet die Maifeier jetzt auf dem Marienplatz statt. Damit haben die Händler ein größeres Forum.

S-Süd - „Wir haben 25 Jahre auf dem Bihlplatz gefeiert. Jetzt feiern wir weitere 25 Jahre auf dem Marienplatz“. Mit diesen Worten eröffnet Bezirksvorsteher Rupert Kellermann am Montag das diesjährige Maifest im Süden, das zum ersten Mal auf dem Marienplatz stattfindet. Der Himmel ist blau, die Sonne strahlt. Seit acht Uhr sind Kellermann und seine ehrenamtlichen Helfer unterwegs. Der Maibaum ragt in den Himmel empor. Bunte Schilder, welche die Schriftzüge der umliegenden Geschäfte tragen, schmücken seine Äste. „Der Maibaum repräsentiert die Leistungsfähigkeit des Südens“, sagt Kellermann. Der Maibaum gehöre zum Maifest einfach dazu.

Auf dem Marienplatz herrscht reges Treiben. Die Besucher sitzen auf den eigens aufgestellten Bierbänken oder in den umliegenden Cafés. Eine Band sorgt für die musikalische Untermalung. Rundum werden verschiedene Stände aufgebaut. Wein, Bier und Bratwürste, aber auch Kleidung und Kunst werden angeboten. Ein Schuhmacher ist ebenfalls vertreten. „Da sieht man einmal, wie diese Arbeit wirklich funktioniert“, sagt Kellermann und lässt sich seine Schuhe blank polieren. Das Maifest ist nicht ohne Grund vom Bihlplatz zum Marienplatz verlegt worden. Zum einen war der Bihlplatz einfach zu klein für die beliebte Hocketse. Kellermann möchte darüber hinaus dem Gewerbe im Süden ein größeres Forum bieten. „Die Leute sollen nicht nur feiern, sondern auch etwas mitnehmen“, sagt Kellermann. Das Fest sei auch ein Fest für die Dienstleister, es solle die Vielfalt des Südens zeigen.

Wandertafel enthüllt

Nachdem der Bezirksbeirat vor kurzem über die Gewerbeentwicklung auf dem Marienplatz diskutiert hat, ist das Maifest somit als eine Art Werbefläche gedacht. Denn einige Bewohner des Stuttgarter Südens nutzen die Angebote auf dem Marienplatz nicht und gehen für ihren täglichen Einkauf lieber ein Stück weiter in die Innenstadt. Helmut Langer, der am Bihlplatz wohnt, hat noch Verbesserungswünsche. Er geht am Marienplatz zwar regelmäßig einkaufen. Um sich jedoch länger dort aufzuhalten, sei es ihm dort zu ungemütlich. Der Familienvater vermisst vor allem Grünflächen. „Da ist der Schlossplatz, nur ein paar U-Bahn-Stationen weiter, viel attraktiver“, sagt Langer. Um sich mit ihren Enkeln an einem sonnigen Tag ein Eis zu gönnen, tauge der Platz aber schon, meint die Rentnerin Margarete Braun. Sie kommt oft auf den Marienplatz. In einem Punkt sind sich die beiden Stuttgarter Bürger allerdings einig: Mit ein paar Bäumen und mehr Sitzgelegenheiten könne man den Platz einladender gestalten. Dann würden vielleicht auch weniger Kunden auf die belebte Innenstadt ausweichen. Das Angebot an sich sei ausreichend.

Das Maifest wird jedes Jahr von dem Handels-, Gewerbe- und Dienstleistungsverein Der Süden ausgerichtet. In diesem Jahr sind außerdem noch die Ortsgruppen der Naturfreunde und des Schwäbischen Albvereins dabei. Das hat einen guten Grund. Rupert Kellermann und die Vorsitzenden der beiden Wander-Vereine enthüllen nämlich auf dem Marienplatz eine neue Wandertafel. Die Tafel zeigt zwei Rundwanderwege, den Rote-Socken-Weg der Naturfreunde und den Blaustrümpflerweg des Schwäbischen Albvereins. Wanderer können ihre Tour am Marienplatz beginnen und entweder der roten oder der blauen Socke folgen. Die Tafel hängt von nun an nicht weit von der Zahnradbahn-Haltestelle an einem Laternenmast und weist Einheimischen und Fremden den Weg durch den Stuttgarter Süden.

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