Blick auf eine abgebrannte Gartenhütte bei Winterbach. Der Prozess gegen die Täter muss möglicherweise neu aufgerollt werden, da einige Anwälte in Revision gegangen sind. Foto: dpa

Da mehrere Anwälte in Revision gegangen sind, könnte der Prozess um eine Hetzjagd Rechtsextremer auf Migranten in Winterbach erneut aufgerollt werden müssen.

Stuttgart - Der Prozess um eine Hetzjagd Rechtsextremer auf Migranten in Winterbach (Rems-Murr-Kreis) könnte erneut aufgerollt werden müssen. Mehrere Anwälte der verurteilten Männer beantragten Revision, wie ein Sprecher des Stuttgarter Landgerichts am Freitag nach Ablauf der Einspruchsfrist sagte. Ob das Verfahren noch einmal vor Gericht landet, entscheide der Bundesgerichtshof.

Die Kammer des Landgerichts hatte am Donnerstag vergangener Woche neun angeklagte wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen von bis zu zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Einer von ihnen bekam eine Bewährungsstrafe.

Zwei weitere Angeklagte erhielten wegen Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung ebenfalls Bewährungsstrafen. Die elf Männer im Alter bis 38 Jahre hatten nach Ansicht des Gerichts am 10. April 2011 mehrere Opfer türkischer und italienischer Herkunft verfolgt und geschlagen. Bei der Jagd ging eine Gartenhütte in Flammen auf, in die sich fünf Verfolgte geflüchtet hatten. Auch der zweite Prozess um den Vorfall hatte keinen Anhaltspunkt dafür gebracht, wer den Brand gelegt haben könnte.

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