Der Verbandsbauhof war früher ein Autohaus, jetzt ist er sanierungsbedürftig. Foto: Horst Rudel

Sanieren oder an einem anderen Standort neu bauen, das ist die Frage für den Gemeindeverwaltungsverband Voralb. Kopfzerbrechen bereiten die hohen Kosten.

Heiningen/Eschenbach - Der gemeinsame Bauhof der Gemeinden Heiningen und Eschenbach genügt heutigen Anforderungen nicht mehr. Der Gemeindeverwaltungsverband Voralb steht deshalb vor der Frage, ob er das bestehende Gebäude im Heininger Gewerbegebiet von Grund auf sanieren oder alternativ einen Neubau an einem völlig anderen Standort errichten soll. Letzteres aber käme teuer. Von 2,3 Millionen Euro ist die Rede.

Trotz der hohen Kosten möchten die beiden Gemeinden das Neubauprojekt nicht zu den Akten legen. Es werde aber noch dauern, bis die Sache spruchreif sei. „Heiningen hat im Moment kein Geld für dieses Projekt“, sagt der Bürgermeister Norbert Aufrecht, der auch Vorsitzender des Verwaltungsverbands ist. Er hofft, dass sich eventuell weitere Kommunen einklinken, die direkten Nachbarorte Gammelshausen und Dürnau etwa. „Das würde die Sache noch effizienter machen, wir wären ein gutes Kleeblatt“, findet er. Die interkommunale Zusammenarbeit mit Eschenbach klappe wunderbar. In Sachen Bauhof bestehe sie seit 1998. Mittlerweile seien dort zwölf Mitarbeiter beschäftigt.

Neubau würde 2,3 Millionen Euro kosten

Die Gedankenspiele für einen Neubau sind weit gediehen. Manfred Fetscher, ein Architekt vom Bodensee, hat der Verbandsversammlung jüngst einen detaillierten Entwurf für einen neuen Bauhof vorgestellt. „Fetscher hat in Frickingen im Bodenseekreis einen Bauhof aus Holz erstellt, dieser Entwurf wurde auf unsere Verhältnisse angepasst“, sagt Aufrecht. Auf der Basis dieser Planung seien auch die Kosten von 2,3 Millionen berechnet worden. Aufrecht gefällt besonders die hohe Funktionalität des Gebäudes, das trotzdem schön anzusehen sei.

Auch ein geeignetes Grundstück hat der Verwaltungsverband Voralb schon ins Auge gefasst: ein Gelände an der Kleintierhalle zwischen Heiningen und Eschenbach, ganz in der Nähe des Kompostplatzes. Allerdings müsse man dieses Areal planungsrechtlich erst noch entwickeln. Das dauere seine Zeit. Sollte der Neubau aber verwirklicht werden, dann hätten „wir 20 Jahre Ruhe“, sagt Aufrecht.

Eine Sanierung des alten Bauhofs in der Eitswiesenstraße in Heiningen wäre nach Überzeugung des Verbandsvorsitzenden auf lange Sicht keine zufriedenstellende Lösung. Das Gebäude, das ehedem ein Autohaus war und seit rund 15 Jahren als Verbandsbauhof dient, sei mehr als 40 Jahre alt und reparaturbedürftig. Das Flachdach sei marode, die Heizung müsse dringend erneuert werden, und es fehle an Umkleiden sowie geeigneten Sanitärräumen. Es gebe nur eine Toilette für die zwölf Mitarbeiter, die immer wieder Verstärkung von Aushilfen bekämen.

Gammelshausen zeigt sich gesprächsbereit

600 000 Euro würde eine Generalsanierung des bestehenden Betriebshofs kosten. „Es ist die Frage, ob man in ein altes Haus so viel reinstecken soll“, findet Aufrecht, zumal eine benachbarte Firma Interesse an dem Grundstück bekundet habe. „Wenn wir das Gelände verkaufen würden, hätten wir faktisch Einnahmen von 300 000 oder 400 000 Euro.“

Gedanken über den örtlichen Bauhof macht man sich auch im Nachbarort Gammelshausen. Der Bürgermeister Daniel Kohl steht einer interkommunalen Zusammenarbeit aufgeschlossen gegenüber. Allerdings sei das Ganze eine Frage des Geldes. „Wir müssten uns beim Verwaltungsverband Voralb einkaufen, für Gammelshausen wäre das sicher kein Klacks“, sagt er. Allerdings sei noch völlig offen, was das kosten würde. Weitere Gespräche mit seinen Kollegen Aufrecht und Thomas Schubert seien deshalb geplant. Sollte der Einstieg zu teuer sein, dann bleibt Gammelshausen immer noch die Alternative, den eigenen Bauhof umzurüsten. Da die Gemeinde für die Sanierung ihres Ortskerns Mittel aus dem Landessanierungsprogramm erhält, sieht er auch gute Chancen, dafür einen Zuschuss zu bekommen.

Interessiert beobachtet man die Planspiele auch im gut fünf Kilometer entfernten Schlat. „Wir stehen Gesprächen aufgeschlossen gegenüber, sehen aber eine gewisse Schwierigkeit in der räumlichen Distanz“, sagt die Bürgermeisterin Gudrun Flogaus. „Die Sache muss erst noch reifen.“

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