Cro gab am Montagabend ein exklusives Konzert nur für Gewinner Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Dem Panda zum Knuddeln nah: Für Cros Heimspiel vor 1000 Fans konnte man keine Karten kaufen, sondern nur gewinnen. Zehn Leser der Stuttgarter Nachrichten waren am Montagabend dabei, als der Rapper den Club Wizemann zum Toben brachte und für 90 Minuten zum Cro-Chor machte.

Stuttgart - Campino von den Toten Hosen und Michi Beck von den Fantastischen Vier sind seine Nachbarn im Norden von Ibiza, wo der Stuttgarter Hotelier Oliver Otterbach seit acht Jahren eine Apartmentanlage betreibt. Gerade befindet sich der 47-Jährige auf Heimatbesuch – und prompt kam das Glück zu ihm. Am Montagabend durfte er beim exklusiven Konzert von Deutschlands erfolgreichsten Rapper im Wizemann dabei sein – als einer von fünf Gewinnern der Stuttgarter Nachrichten, die jeweils zwei Plätze auf der Gästeliste des von SWR 3 live übertragenen Konzertes gewonnen hatten.

Die Glücksfee hatte StN-Leser Otterbach im zweiten Durchgang ermittelt. Der erste Gewinner hatte kurzfristig abgesagt, weshalb Claudia Bauer, die Sekretärin des Lokalressorts, noch mal aus Hunderten von Mails einen Glücklichen ziehen konnte. Sie zog Oliver Otterbach. Der Hotelier beschloss, erst am Freitag nach Ibiza zu fliegen, wo er auf den ehemaligen Hippiestränden immer wieder Popstars trifft, die wie Campino und Michi Beck dort ihre Urlaubswohnungen haben. Er hat es nicht bereut.

Cro wird auf Ibiza selten gespielt“, sagte der 47-Jährige, der den Alterschnitt beim Konzert angehoben hat. Erst im vergangenen Sommer auf Heimatbesuch habe er den Masken-Mann entdeckt. „Ich habe seinen Unplugged-Auftritt gehört und war begeistert“, berichtete Otterbach. Die Freude war groß, dass er am Montag bei einem der seltenen Clubkonzerte von Cro das schwäbische Rapper-Wunder erleben durfte. Da darf die Sonne von Ibiza auf ihn warten.

Ein überwiegend weibliches Publikum

Der große Cro-Chor im Wizemann bestand aus 1000 Gewinnern von SWR 3 sowie zehn Glücklichen der StN. Zehntausende hatten sich um eine Karte beworben. „Der umgebaute Club im ehemaligen Zapata ist eine tolle Location“, meinte SWR-3-Sprecherin Corinna Scheer, „wir wollen noch öfter mit Konzerten hierherkommen.“

Auch Cro gefiel der Auftrittsort ausgesprochen gut. „Endlich musste ich mal nur zehn Minuten zur Arbeit fahren“, sagte der Stuttgarter. Was er an den Schwaben besonders schätzt, ist er vorm Auftritt gefragt worden. „Die Pünktlichkeit“ antwortete Cro. Doch pünktlich konnte er im Wizemann nicht starten. Es lag nicht an ihm. Es dauerte, bis die Schlange von der Straße durch die Sicherheitsschleusen kam. Mit zehnminütiger Verspätung ging’s los. Vor C und R und O – vor drei großen Leuchtbuchstaben – gab der 26-Jährige von Anfang an Gas, stets leichtfüßig, also „easy ea ea mh mh“, wie es in einem Hit heißt. Schon nach dem ersten Song stieg er ins überwiegend weibliche Publikum herab. Viele Mädels waren da – manch einer von den Jungs an ihrer Seite war ihr Vater. Schülerinnen warfen T-Shirts auf die Bühne – mit ihrer Handynummer und ihrem Alter. „Ich will Sex mit dir“, stand auf dem Shirt einer 18-Jährigen. Die Konfetti-Kanone knallte mehrfach. Und ein lebensfroher Cro, der mit seiner Musik federnd gute Laune macht, war in diesem relativen kleinen Rahmen seinen Fans näher als sonst.

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