Hinter der Kamera: Regie und Assistenten besprechen die nächste Szene. Foto: Felizitas Eglof

Studenten der Hochschule der Medien in Stuttgart-Vaihingen produzieren zurzeit einen Kurzfilm. Dieser befasst sich mit künstlicher Intelligenz und der Frage, wie weit technische Assistenten unser Leben beeinflussen.

Vaihingen - Guten Morgen John, wie geht es dir? Hast du gut geschlafen? – So begrüßt die künstliche Intelligenz Cara den Wissenschaftler John jeden Morgen. Beide sind die Hauptfiguren des Kurzfilms „Ignarus“, der gerade an der Hochschule der Medien entsteht. Im Film arbeitet John für eine staatliche Forschungseinrichtung auf einem fremden Planeten, und ist dort in einem Bunker eingeschlossen. Die künstliche Intelligenz Cara unterstützt ihn in seiner Arbeit und leistet ihm Gesellschaft.

Studierende drehen eigenen Kurzfilm

„Unser Kurzfilm spielt auf die Zwiespältigkeit der technischen Assistenten wie Alexa oder Siri an, und wie weit diese in Zukunft unser Leben beeinflussen könnten“, sagt Lutz Marquardt, Regisseur des Films. Der 24-Jährige ist Student an der Hochschule. Innerhalb einer Lehrveranstaltung im Studiengang Audiovisuelle Medien dreht er mit einem Team von mehr als 20 Studierenden den Kurzfilm. Finanziert wird das Projekt zum größten Teil von der Hochschule, aber auch von weiteren Sponsoren.

„Die Idee zum Film hat uns gefallen, weil das Thema künstliche Intelligenz zurzeit sehr aktuell und sehr gut umsetzbar ist“, sagt Cornelius Herzog, Produzent des Films. Denn das Team kann an einem Ort drehen, und braucht nur einen Schauspieler, der John verkörpert. Cara wird mithilfe von visuellen Effekten im Nachhinein am Computer hinzugefügt. „Um Cara so realistisch wie möglich darzustellen, haben wir eine Studentin mit einer besonderen Kamera gefilmt, die den Abstand zu ihrem Körper misst und daraus eine 3-D-Abbildung macht“, erklärt Marquardt.

Besonderheit sind realistisch wirkende visuelle Effekte

Neben der künstlichen Intelligenz Cara hat der Film weitere fotorealistische visuelle Effekte zu bieten, denn der Planet ist durch Fenster in dem Bunker zu sehen. „Wir haben uns für einen fremden Planeten entschieden, weil wir uns dann mit den visuellen Effekten austoben können und den Planeten nach unseren Ideen gestalten können“, sagt Marquardt. Die Effekte seien laut Herzog auch die Besonderheit an dem Kurzfilm: „So etwas wurde an der HdM noch nie gemacht.“ Wenn die Dreharbeiten abgeschlossen sind, dauert es fünf bis sechs Wochen, um unter anderem alle Effekte zum Film hinzuzufügen. Am 5. Juli ist dann öffentliche Premiere bei der Media Night an der Hochschule in Vaihingen. „Der Film ist für jeden gemacht. Er regt zum Nachdenken an, wie weit die Menschheit mit den Assistenten noch gehen will, und wirft die Frage auf, ob wir Menschen am Ende die Assistenten sind“, erläutert Lutz Marquardt.

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