„Nur die Gartenbegrünung fehlt noch“, sagt der Hausdirektor Heiko Seitz. Dreieinhalb Jahre wurde an dem Degerlocher Alten- und Pflegeheim an der Jahnstraße gebaut.„Nur die Gartenbegrünung fehlt noch“, sagt der Hausdirektor Heiko Seitz. Dreieinhalb Jahre wurde an dem Degerlocher Alten- und Pflegeheim an der Jahnstraße gebaut. Foto: Ott

Am Freitag, 8. Januar, wird das Haus auf der Waldau nach dreieinhalb Jahren Bauzeit symbolisch eröffnet. Der Neubau an alter Stelle hat 23 Millionen Euro gekostet.

Degerloch - Inzwischen hat sich bei den Mitarbeitern des neuen Hauses auf der Waldau die Routine eingestellt. Vor zwei Monaten wurden die letzten Umzugskartons ausgepackt, nach einer dreieinhalbjährigen Bauzeit ist das Alten- und Pflegeheim an der Jahnstraße fertig. Seit 2009 war der Altbau schrittweise abgerissen und durch einen Neubau ersetzt worden. Ein ständiges Hin und Her war die Folge gewesen. Damit ist nun Schluss. „Uns wurde das Haus Mitte November übergeben“, sagt der Hausdirektor Heiko Seitz. „Nur die Gartenbegrünung fehlt noch.“ Und die feierliche Neueröffnung des Heims. Die wird am kommenden Freitag, 8. Februar, sein.

„Der Festakt wird um 15 Uhr beginnen“, sagt Seitz. Rund 200 geladene Gäste werden zur Feier erwartet. Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer hat ihr Kommen ebenso angekündigt wie Bernhard Schneider, der Hauptgeschäftsführer der evangelischen Heimstiftung. Die Stiftung unterhält derzeit 78 Pflegeheime in Baden-Württemberg.

Der Neubau hat 23 Millionen Euro gekostet

Die Heimstiftung hat das Haus auf der Waldau in der Vergangenheit mehrfach als ihr Flaggschiff bezeichnet. Entsprechend modern und großzügig ist der 23 Millionen Euro teure Neubau gestaltet. Die Räume sind hoch, die Fenster reichen vom Boden bis zur Decke, die Gänge sind breit und hell, die Wände farbig gestrichen. Viel Glas statt blickdichter Wände haben die Arbeiter bei den Speisesälen verbaut.

Ganz anders hatte das alte Heim aus dem Jahr 1967 ausgesehen. Lange, schmale Gänge, enge Türen, kleine Fenster und dunkle Zimmer – das entsprach nicht mehr dem Stand der Technik. Zuletzt verstieß das Heim sogar gegen gültige Richtlinien und durfte nur mit einer Sondergenehmigung betrieben werden.

Der größte Vorteil des Neubaus ist daher schlicht. „Mehr Licht“, sagt Seitz. Zudem verfügt jedes Zimmer nun über ein eigenes Bad. „Und in jedem Wohnbereich gibt es jetzt Gemeinschaftsräume, wo zusammen gegessen und gelebt werden kann“, sagt der Hausdirektor.

Mit dem Neubau auf der Waldau wurden einige neue Konzepte verwirklicht. So sind auf der Rückseite des Heims in Richtung Ahornstraße fünf Häuser mit Eigentumswohnungen für ältere Menschen entstanden. Mit den Wohnungen an sich hat die evangelische Heimstiftung zwar nichts zu tun. „Wir bieten aber Pflege an“, sagt Seitz.

Bis zu 23 Wachkomapatienten werden versorgt

Neu ist auch die Demenzstation, „die jetzt zum ersten Mal eine echte Demenzstation ist“, sagt Seitz. In einem gesicherten Bereich des Erdgeschosses können sich die Bewohner frei bewegen und auch durch den Garten spazieren. Eine indirekte Beleuchtung vermeidet Schlagschatten, durch die verwirrte Menschen oft noch mehr durcheinander kommen.

Zusätzlich zu den 150 regulären Bewohnern des Alten- und Pflegeheims sind in Degerloch nun auch bis zu 23 Wachkomapatienten untergebracht. „Normalerweise liegen diese Bewohner in kleinen Zweibettzimmern“, sagt Heiko Seitz. Schließlich bewegten sie sich nicht.

„Wir gehen aber einen ganz anderen Weg“, sagt der Hausdirektor. Jeder Wachkomapatient hat ein 30 Quadratmeter großes Zimmer samt einer Küchenzeile, damit die Angehörigen dort viel Zeit verbringen können. Zudem ist das Personal entsprechend medizinisch geschult. „Sonst kann das nicht funktionieren“, sagt Seitz.

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