Im Stuttgarter Hauptbahnhof gibt es für die Polizei reichlich zu tun. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Bei den Ermittlungen wegen einer Attacke am Hauptbahnhof gegen einen 66-Jährigen und dessen erwachsene Söhne tappt die Polizei bislang im Dunkeln. Der Angriff war blitzschnell von hinten erfolgt.

Stuttgart - War es eine Abrechnung? Hatte es zuvor schon Streit gegeben? Eine heftige Auseinandersetzung, die sich in der Nacht zum Sonntag in der Haupthalle des Hauptbahnhofs abgespielt hat, beschäftigt die Bundespolizei. Sie sucht zwei Angreifer, die ihre Opfer von hinten attackierten. Eine Täterbeschreibung gibt es bisher nicht.

Ins Visier gerieten ein 66-Jähriger und seine beiden 34 und 37 Jahre alten Söhne, die am Sonntag gegen 2.30 Uhr in Richtung Nordausgang unterwegs waren. Plötzlich griff ein Duo hinterrücks an, schlug auf den 37-Jährigen mit Fäusten ein. Daraus entwickelte sich eine handfeste Prügelei, die Widersacher gingen mit Tritten und Schlägen aufeinander los. Zwei Mitarbeiter der Bahn eilten herbei und alarmierten die Bundespolizei. Die Täter flüchteten in Richtung Klett-Passage und entkamen unerkannt.

Die Hintergründe sind noch unklar

Am heftigsten hatte es den 34-Jährigen erwischt. Er musste mit einer Platzwunde vom Rettungsdienst behandelt und in ein Krankenhaus gebracht werden. Sein Vater und sein Bruder blieben offenbar ohne größere Verletzungen. „Nicht alle Beteiligten konnten bisher zu dem Vorfall gehört werden“, sagt Bundespolizei-Sprecherin Meriam Kielneker, „daher sind die Hintergründe noch völlig unklar.“ Auch die Auswertung von Videoaufnahmen ist noch nicht abgeschlossen – sie könnten Hinweise auf das Aussehen der Täter geben. Die ermittelnden Beamten bitten um Hinweise unter der Rufnummer 07 11 / 87 03 50.

Dabei bietet der Hauptbahnhof seit dem Wochenende reichlich Ermittlungsarbeit. Denn auch die Taschendiebe sind nicht untätig geblieben. Sie haben es im Bahnbereich – geradezu klassisch – auf Nachtschwärmer abgesehen, die im Alkoholrausch beim Warten auf die nächste Bahn tief und fest eingeschlafen sind. So traf es einen 21-jährigen Reisenden, der am Samstag gegen 4 Uhr in der unterirdischen S-Bahn-Haltestelle auf einer Bank schlummerte. Wenig später war sein iPhone im Wert von 790 Euro aus der Hosentasche stibitzt worden.

Eine Überwachungskamera filmt die Tat

Am Sonntag gegen 1.45 Uhr geriet ein 31-Jähriger ins Visier, der auf einer Wartebank am Treppenaufgang zur Lautenschlagerstraße eingeschlafen war. Ihm wurde ein iPhone im Wert von etwa 1000 Euro gestohlen. „In diesem Fall hat eine Videokamera die Tat aufgezeichnet“, sagt Polizeisprecherin Kielneker. Die Bilder zeigen einen etwa 35 bis 45 Jahre alten Mann mit dunklem Teint, der nach dem Mobiltelefon des Opfers greift. Anschließend verschwindet der dunkel gekleidete Täter auf hellen Sportschuhen mit der Beute im Rucksack.

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