Unter den 15 größten Städten belegt Stuttgart mit einem verfügbaren Einkommen von 25.012 Euro Platz zwei hinter München. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung vergleicht das verfügbare Einkommen in den verschiedenen Bundesländern. Baden-Württemberg nimmt keine Spitzenposition ein.

Heilbronn/Düsseldorf - Baden-Württemberg gehört bundesweit zu den wohlhabendsten Bundesländern. Das durchschnittliche verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Privathaushalte im Südwesten lag zuletzt bei 23 947 Euro. Mehr Geld hatten nur die Einwohner von Bayern (24 026 Euro) und im Stadtstaat Hamburg (24 421 Euro) zur Verfügung. Das geht aus einer neuen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor.

In der Stadt Heilbronn lag das durchschnittliche verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Privathaushalte zuletzt bei 32 366 Euro pro Jahr. Damit belegt Heilbronn Platz zwei hinter dem Landkreis Starnberg bei München und vor dem Hochtaunuskreis, der an dritter Stelle lag. Ein Grund für den Reichtum der Heilbronner dürften große Firmen im Umland wie Audi, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland und der IT-Dienstleister Bechtle sein. Außerdem wohnen wohlhabende Unternehmer wie der Lidl-Gründer Dieter Schwarz, dessen Vermögen vom US-Magazin Forbes auf rund 21 Milliarden Euro geschätzt wird, in der relativ kleinen Stadt mit rund 125 000 Einwohnern.

Stuttgart landet hinter München

Unter den 15 größten Städten belegt Stuttgart mit einem verfügbaren Einkommen von 25 012 Euro Platz zwei hinter München. Bei ihrer Auswertung stützten sich die Forscher auf die jüngsten Daten der Statistischen Ämter des Bundes. Sie betreffen das Jahr 2016.

Städte und Kreise mit besonders niedrigem Einkommen sind demnach in Teilen des Ruhrgebiets, des Saarlands und von Niedersachsen zu finden. Vor allem Ostdeutschland liege auch 30 Jahre nach der Wende weiterhin deutlich hinter dem restlichen Bundesgebiet zurück. In nur sechs von 77 Ost-Kreisen und kreisfreien Städten überschreite das Einkommen pro Kopf die Marke von 20 000 Euro, während im Westen 284 von 324 Kreise und Städte darüber lägen. Auch in Baden-Württemberg liegt keine Stadt unter der Grenze. Im Südwesten ist das verfügbare Einkommen in Mannheim mit 20 592 Euro am niedrigsten.

In Pforzheim sank das verfügbare Einkommen

In Heilbronn lag das verfügbare Einkommen fast doppelt so hoch wie in der Stadt Gelsenkirchen, die mit 16 203 Euro Pro-Kopf-Einkommen das Schlusslicht im Ranking bildete. In Heilbronn ist auch der Anstieg seit dem Jahr 2000 besonders markant. Inflationsbereinigt hatten die privaten Haushalte dort 43 Prozent mehr Geld in der Tasche als zur Jahrtausendwende. Besonders stark war das Wachstum auch im Kreis Ulm, der mit einem Plus von 28,4 Prozent auf 29 641 Euro zu den reichsten Kreisen der Bundesrepublik gehört, und in Lörrach nahe der Schweizer Grenze, wo das Einkommen um 24,9 Prozent auf 25 461 Euro stieg.

Mit weniger Geld auskommen mussten die Menschen hingegen in Pforzheim. Hier sank das verfügbare Einkommen gegenüber dem Jahr 2000 um 5,4 Prozent auf 22 882 Euro. Damit liegt die Stadt im Nordschwarzwald aber immer noch über dem Bundesdurchschnitt. Auch Baden-Baden, wo die verfügbaren Einkomme um 5,3 Prozent auf 29 565 Euro zurückgingen, gehört nach wie vor zu den reicheren Regionen bundesweit.

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