Mit einer finanziellen Spritze für Start-ups sollen in Schorndorf Leerstände vermieden werden. Foto: Frank Eppler

Schorndorf zahlt für vielversprechende Nutzungen bisher leer stehender Handelsflächen in der Innenstadt für einen gewissen Zeitraum die Hälfte der Miete. Bewerbungen sind ab jetzt möglich.

Schorndorf - Möglichst keine Leerstände und dazu ein attraktiver Mix bei den bestehenden Geschäften in der Innenstadt – so will es ein ehrgeiziges Citymanagement für seine Heimatstadt Schorndorf haben. Das ist kein leichtes Unterfangen angesichts wachsender Konkurrenz durch Onlinehandel, Preisentwicklung im Immobilien- und Mietbereich sowie dem absehbaren Anstieg der Geschäftsaufgaben im Rahmen absehbarer Pandemieauswirkungen.

 

Zuschuss für Miete und Renovierung

Um neue und für die Attraktivität der City bereichernde Business-Ideen zu unterstützen, startet die Stadt Schorndorf jetzt ein Pop-up-Store-Projekt, bei dem vielversprechende Ideen mittels Miet- und Renovierungsteilzahlung finanziell unterstützt werden. Die Dauer des Programms ist auf zwei Jahre festgelegt, kann bei Erfolg aber verlängert werden. Bewerbungen seien ab sofort möglich, erläuterte Lars Scheel, der Leiter des Eigenbetriebs Tourismus und Citymanagement, bei der Präsentation des Projekts Pop-up-Stores im großen Ratssaal des Schorndorfer Rathauses.

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Mit dem Projekt bekräftige die Stadt ihren festen Glauben an die Zukunft der Innenstadt als Handelsschwerpunkt, als Garant für Kundenfrequenz und die Sicherung der Kaufkraftbindung, so Scheel. Dafür gehe sie nun auch mit ins Risiko als Vermieter. Denn das Grundprinzip des Pop-up-Projekts ist die interimsweise Anmietung von schwer zu vermittelnden Handelsflächen durch die Stadt. Diese werden dann zum halben Mietpreis an Start-up-Interessenten mit vielversprechenden und möglichst auch innovativen Geschäftsideen weitervermietet. Und dies möglichst natürlich mit Angeboten, die das Gesamtportfolio in der Schorndorfer City weiter bereichern. Außerdem winkt den Startern eine Renovierungspauschale von 5000 Euro für nötige Umbauten und Einrichtungen.

„Startrampe“ und „Sandwich“

Im Angebot das Schorndorfer Tourismus und Citymanagements gibt es dabei zwei Varianten der Unterstützung für die Pop-up-Läden in spe. „Startrampe“ heißt die etwas längerfristig angelegte Version, bei der die Stadt für sechs bis zwölf Monate die Hälfte der Mietkosten übernimmt und die Renovierungspauschale zur Verfügung stellt. Im Idealfall, so die Gesamtperspektive, übernehmen die Geförderten ihre Räume am Ende des Projektzeitraums dann zu den normalen Bedingungen. „Sandwich“ nennt sich die kurzfristiger angelegte Unterstützung für den Start in die befristete Selbstständigkeit. Dieses sei, so Scheel, speziell auf Zwischennutzungen angelegt und richte sich an Interessenten, die für Zeiträume zwischen drei Wochen und drei Monaten Räumlichkeiten für Ausstellungen, Seminare, als Atelier oder Coworking-Space suchen. Ganz klar sei auch für diese Nutzungsformen: „Alles ist besser als Leerstand.“

Aktuell seien die Leerstände in Schorndorf allerdings keineswegs ein Massenproblem, betonte Scheel. Momentan verzeichne die Stadtverwaltung lediglich vier oder fünf leere Läden in der Innenstadt. Allerdings erwarte man noch in diesem Jahr eine merkliche Zunahme auch im Zusammenhang mit den längerfristigen Auswirkungen der Pandemiebeschränkungen für den Einzelhandel. „Wir wissen von einigen Mietverträgen, die demnächst auslaufen und von den mietenden Geschäftsleuten voraussichtlich nicht verlängert werden.“

Startschuss ist am 1. März

Der eigentliche Starschuss fürs Pop-up-Store-Projekt ist am 1. März, dann werden auch Info-Flyer und Online-Bewerbungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Einzelne Vermieter haben die Citymanager aber im Vorfeld bereits kontaktiert. Dabei sei klar geworden, sagt Lars Scheel, dass die Stadt offenbar leichter an die entsprechenden Flächen komme als ursprünglich gedacht.

Für das Schorndorfer Modellprojekt stehen insgesamt 82 400 Euro zur Verfügung. Zur Hälfte kommen sie von der Region, die andere Hälfte gibt die Stadt dazu, wie bei derlei Kofinanzierungsprogrammen üblich. Start-ups seien wichtig für die Szene einer pulsierenden Innenstadt, sagte der zur Präsentation angereiste Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart Thomas Bopp. Schorndorfs Erster Bürgermeister Thorsten Englert betont, die Innenstadt stehe „nach wie vor als zentrales Handlungsfeld in unserem Fokus“. Mit dem Projekt der Pop-up-Stores wolle die Stadt zur Vielfalt beitragen.