Kai Häfner (links) ist nach der Verletzung von Martin Strobel der letzte verbliebene Schwabe auf dem Feld. Hinter den Kulissen spielt der Süden aber eine tragende Rolle. Foto: dpa

Auf den ersten Blick sieht es nicht danach aus, als spiele der deutsche Süden eine tragende Rolle bei der Handball-Weltmeisterschaft. Aber weit gefehlt: die Schwaben sind auch nach dem Aus von Martin Strobel eine treibende Kraft bei der WM.

Köln - Auf den ersten Blick springt einem der schwäbische Einfluss im Deutschen Handballbund (DHB) nicht groß ins Auge: Nur Martin Strobel vom HBW Balingen-Weilstetten und der gebürtige Schwäbisch Gmünder Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) halten bei der WM auf dem Feld die württembergische Fahne hoch. Für Johannes Bitter (TVB Stuttgart), Marcel Schiller und Sebastian Heymann (beide Frisch Auf Göppingen) hat es nur in den erweiterten 28er-Kader gereicht. Doch im Team hinter dem Team ist die Kraft des Südens unverkennbar.

Mark Schober

Der DHB-Vorstandsvorsitzende ist die Karriereleiter Schritt für Schritt hochgeklettert. In Bietigheim-Bissingen geboren und in Möglingen aufgewachsen, wird er mit 28 Jahren Geschäftsführer beim damaligen Zweitligisten TV Kornwestheim. 2014 kommt er über die Tätigkeit als Leiter Marketing- und Business-Development bei der Handball-Bundesliga (HBL) zum DHB, zunächst als Generalsekretär, seit 2017 ist der 46-Jährige Chef des fünfköpfigen Vorstands.

Axel Kromer

Dem Vorstand gehört auch der ehemalige Bundesliga-Kreisläufer des VfL Pfullingen an. Er verantwortet den kompletten Sportbereich. Der gebürtige Ludwigsburger war bis 2015 Landestrainer beim Handballverband Württemberg (HVW), danach Junioren-Nationaltrainer und auch Co-Trainer unter dem damaligen Bundestrainers Dagur Sigurdsson. Den Kontakt zur Basis hat er trotz seiner steilen Karriere nicht verloren. Ehrenamtlich engagiert sich der 42-Jährige an seinem Wohnort Mössingen bei der dortigen Spvgg im Nachwuchsbereich.

Peter Gräschus

Der ehemalige Verbandsligafußballer des TSV Ofterdingen gehört zum Inventar des Nationalteams. Seit 27 Jahren ist er Physiotherapeut. Morgens um 7 Uhr beginnt sein Tag bei einem Großturnier. Nachts zwischen 1 und 2 Uhr endet er für den 55-Jährigen, der auch für die Oberligafußballer des SSV Reutlingen im Einsatz ist.

Volker Schurr

Der Göppinger ist der personifizierte 24-Stunden-Service. Egal wann oder was es für die Spieler oder das Trainerteam zu tun gibt, seit vier Jahren erfüllt er als Teamkoordinator des Nationalteams alle Wünsche zuverlässig rund um die Uhr. Er ist für die Ausrüstung zuständig, für die Wäsche und vieles mehr. Der 49-Jährige ist das Bindeglied zwischen der Mannschaft und den Offiziellen.

Hans Artschwager

Der Mann aus Hildrizhausen ist in seiner vierten Amtszeit als HVW-Präsident tätig und gehört auch im DHB dem Präsidium an. Der 61-Jährige ist Querdenker und Antreiber zugleich. Einen engen Kontakt pflegt er zum ehemaligen DHB-Präsidenten und HVW-Ehrenpräsidenten Bernhard Bauer (Leonberg). Hans Artschwager, das ist klar, ist stolz darauf, dass sich die Württemberger schon häufig als Vorreiter und Taktgeber in vielen Bereichen profilieren konnten. Zum Beispiel in der Ausbildung mit den Trainer-Koryphäen Kurt Reusch und Rolf Brack. Oder aktuell beim Vorhaben, die drei Handballverbände im Land zusammenzuführen. Artschwager: „Handball Baden-Württemberg gibt es bereits als eingetragenen Verein. Nun ist es unser Ziel, dass wir eine übergeordnete Organisation schaffen, damit nicht jeder alleine vor sich hin wurstelt. Das bringt Impulse.“ Wie man es von den Württembergern gewohnt ist.

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