Steffen Weinhold (Mitte) vom THW Kiel im Zweikampf gegen die Löwen-Spieler Jerry Tollbring (links) und Hendrik Pekeler. Foto: dpa

Im Prestigeduell um den Handball-Supercup behielten die Rhein-Neckar Löwen gegen den THW Kiel die Oberhand. Die Mannheimer setzten sich allerdings erst im Siebenmeterwerfen gegen den Rekordmeister aus dem Norden durch.

Stuttgart - Meister Rhein-Neckar Löwen hat im Prestigeduell gegen den THW Kiel die Muskeln spielen lassen und mit dem Gewinn des Supercups am Vorabend des Bundesliga-Saisonstarts ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Die Mannheimer holten sich am Mittwochabend durch einen 32:30 (28:28, 14:11)-Sieg nach Siebenmeterwerfen wie im Vorjahr die 12 000 Euro teure Silber-Trophäe, die Ringer-Weltmeister Frank Stäbler unter dem Jubel der 6200 Zuschauer vor dem Anpfiff in die ausverkaufte Stuttgarter Porsche-Arena getragen hatte.

Beste Werfer beim Sieger waren Nationalspieler Hendrik Pekeler, Regisseur Andy Schmid, Alexander Petersson und Jerry Tollbring mit jeweils vier Toren. Für den THW trafen Neuzugang Miha Zarabec (7) und Rückraumschütze Lukas Nilsson (6) am häufigsten. Im Shootout parierten Mannheims Torhüter Mikael Appelgren und Andreas Palicka jeweils einen Wurf der Kieler.

Kiel verpasst zehnten Supercup-Titel

Der Rekord-Champion, der zum 19. Mal beim Duell Meister gegen Pokalsieger dabei war, verpasste durch die Niederlage seinen zehnten Jubiläumstitel. Dabei ging es für den THW gut los: In der Anfangsphase lagen die Norddeutschen, die immer noch auf ihren verletzten Kapitän Domagoj Duvnjak verzichten müssen, nur einmal im Rückstand - beim 0:1. Danach hatte der DHB-Pokalsieger die Partie dank einer starken Abwehrleistung zunächst im Griff.

Die Löwen, die in dieser Saison den Abgang von Rückraum-Ass Kim Ekdahl du Rietz (Karriereende) zu verkraften haben, wirkten anfangs fahrig und leisteten sich eine Reihe von Fehlern. Beim 4:7 nach einer Viertelstunde reagierte Trainer Nikolaj Jacobsen und justierte in einer ersten Auszeit nach.

Das zeigte umgehend Wirkung, denn nur vier Minuten später glich der Meister zum 7:7 aus. In der 22. Minute verhalf THW-Keeper Niklas Landin, der vor der Partie als bester Torwart der Saison 2016/17 ausgezeichnet wurde, den Mannheimern mit einem kuriosen Eigentor zur 9:8-Führung. Diese bauten die Löwen, bei denen Regisseur Andy Schmid mit zunehmender Spielzeit immer mehr aufdrehte, bis zur Pause auf drei Treffer aus.

Temporeiche und kampfbetonte Partie

Kiel gab sich jedoch nicht auf und kam nach der Pause stark zurück. Nach 42 Minuten glich Nationalspieler Patrick Wiencek zum 19:19 aus - die temporeiche und kampfbetonte Partie war wieder offen. In der Folge konnte sich keine Mannschaft einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

In der dramatischen Schlussphase ging es ständig hin und her. Nationalspieler Steffen Weinhold brachte Kiel eine halbe Minute vor Ultimo nach vorn, doch Tollbring glich zwei Sekunden vor der Schlusssirene aus. So fiel die Entscheidung im Siebenmeterwerfen - mit dem besseren Ende für die Löwen.

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