Freie Bahn für den Göppinger Kreisläufer: Im Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten erzielte der starke Manuel Späth (Mi.) vier Tore. Foto: Baumann

Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen bleibt im Rennen um die Europacup-Plätze. Im einseitigen Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten setzt sich das reifere Team durch.

Göppingen - Der erfolgreichste Werfer des Abends ging äußerst zufrieden vom Parkett. „Wir haben von Beginn an sehr konzentriert gespielt, standen gut in der Abwehr und kamen so zu vielen einfachen Toren“, sagte Göppingens Linksaußen Marcel Schiller. Zehn Tore hatte er zuvor in den 60 Minuten geworfen, fünf davon per Siebenmeter. Zusammen mit dem sehr umsichtigen Rückraum-Ass Zarko Sesum und Kreisläufer Manuel Späth gehörte er zu den besten Frisch-Auf-Feldspielern.

Balingen enttäuschte in dem fairen Derby dagegen fast auf der ganzen Linie. Es drängte sich sogar der Eindruck auf, der Mannschaft von Trainer Markus Gaugisch fehlte nach den jüngsten Schlüsselerfolgen im Kampf gegen den Abstieg die nötige Spannung. Spielmacher Martin Strobel versuchte erst gar nicht, irgendetwas zu beschönigen. „Wir haben ganz schlecht gespielt und nie zu unserer Form gefunden. 18 Gegentore zur Halbzeit sagen alles“, kritisierte der Nationalspieler. Und Trainer Gaugisch ergänzte: „Wir haben es nicht geschafft, unser Selbstvertrauen in ein freches Spiel umzuwandeln.“

Frisch Auf war schon vor der Pause die bessere Mannschaft. Nach dem 4:4 (8.) setzte sich Göppingen auf 10:5 (15.) ab. Zur Pause stand’s 18:14. Die Führung war verdient, da die Grün-Weißen das reifere und variablere Angriffsspiel zeigten und auch im weiteren Verlauf des Spiels viel mehr über den Kreis agierten. Außerdem packte die Abwehr deutlich energischer zu als die überraschend zahme Deckung des HBW. Hinzu kam auch noch ein Plus im Torwartbereich: Primoz Prost stach seine Gegenüber Nandor Fazekas und Matej Asanin um Längen aus.

Am Ende hatten die Balinger vor 4800 Zuschauern nur ein Duell für sich entschieden: das der Zwillingsbrüder Nyokas. Balingens Olivier warf drei Tore, Göppingens Kevynn traf einmal, er erwischte einen ganz schwachen Tag. Die technischen Fehler des Linkshänders trugen dazu bei, dass Frisch Auf nach einer 27:20-Führung (53.) die Balinger noch zur Ergebniskosmetik einlud.

Deshalb war auch Göppingens Trainer Magnus Andersson nicht rundum zufrieden: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir mit mehr Disziplin und Konzentration das Spiel zu Ende bringen.“ Durch den Sieg bleibt Frisch Auf als Tabellenfünfter im Rennen um die Europacup-Plätze. Und die Balinger? „Zwei, drei Punkte fehlen uns noch zum Klassenverbleib“, rechnete Geschäftsführer Bernd Karrer vor. In Göppingen werden sie die Daumen drücken. Denn in den Derbys läuft es neuerdings richtig rund: Auch das Hinspiel hatte Frisch Auf mit 30:24 gewonnen.

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