Hana Hegerova 1963 in Karel Kachynas Spielfilm „Hoffnung“ Foto: imago images/Ronald Grant/Mary Evans Picture Library

Hana Hegerova wurde als größte Chansonsängerin der damaligen Tschechoslowakei gefeiert. Dann fiel sie bei den Machthabern in Ungnade.

Prag - Die slowakisch-tschechische Chanson- und Schlagersängerin Hana Hegerova ist tot. Sie starb am Dienstag im Alter von 89 Jahren in Prag, wie die Agentur CTK berichtete. Ihre größten Erfolge feierte sie in den 1960-er Jahren. Kritiker nannten sie die „Édith Piaf aus Prag“. 1974 bekam die auch als Filmschauspielerin Erfolgreiche in Deutschland die „Goldene Europa“ verliehen. Hegerova sei eine „unverwechselbare Persönlichkeit“ gewesen, schrieb Tschechiens Kulturminister Lubomir Zaoralek bei Twitter.

Bei den Sozialisten in Ungnade

Hegerova sang auch auf Deutsch - etwa das Lied „Meine Stadt (Die Moldau)“ - sowie auf Französisch, Ungarisch, Englisch und Jiddisch. Sie interpretierte Chansons von internationalen Größen der französischen Popmusik wie Édith Piaf, Jacques Brel und Léo Ferré. 1967 trat sie im legendären Pariser Musikklub Olympia auf. Später fiel sie bei den sozialistischen Machthabern der Tschechoslowakei in Ungnade. Bis zur Wende von 1989 durfte sie jahrzehntelang nicht mehr ins westliche Ausland reisen.

Hegerova erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die tschechische Verdienstmedaille und den slowakischen Ludovit-Stur-Orden. Frankreich machte sie im Jahr 2013 für ihre Verdienste um das Chanson zur Trägerin des Kommandeurskreuzes des nationalen Verdienstordens. Hegerova war am 20. Oktober 1931 in Bratislava unter ihrem bürgerlichen Namen Carmen Farkasova zur Welt gekommen.

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