Wie viel Geld die Sanierung der Zuffenhäuser Schwimmhalle kostet, wird erst 2019 ermittelt. Die bisherigen Prognosen gehen von 9,2 Millionen Euro aus. Foto: Marta Popowska (Archiv)

Die Bäderbetriebe bewerben sich um Zuschüsse, damit die Schwimmhalle modernisiert werden kann.

Stuttgart-Zuffenhausen - Das Zuffenhäuser Hallenbad muss dringend saniert werden. Daran besteht kein Zweifel. Der Zahn der Zeit hat an der 1975 erbauten Schwimmhalle genagt. „Um eine ungeplante Schließung zu vermeiden, ist eine Generalsanierung spätestens im Jahr 2022 zwingend erforderlich“, schreibt Bürgermeister Dirk Thürnau in einer Vorlage an die Mitglieder des Bäderausschusses des Gemeinderats. Den Zustand der Schwimmhalle beschreibt er wie folgt: „Die Gebäudesubstanz leidet unter einer stark fortgeschrittenen Korrosion. Um die Betriebssicherheit zu gewährleisten, musste als Sofortmaßnahme die Betonbeckenkonstruktion durch Träger abgestützt werden.“ Zudem sei das Dach undicht und dadurch auch die Dachträgerkonstruktion überlastet. Erste Untersuchungen haben ergeben, dass eine Runderneuerung etwa 9,2 Millionen Euro kosten wird. „Die letztendliche Höhe der erforderlichen Gesamtkosten wird mit den Planungen 2019 ermittelt“, sagt Thürnau.

Geplant ist, dass das Zuffenhäuser Bad künftig gemeinsam mit dem Leuze und der Schwimmhalle in Sonnenberg vor allem für „freizeitorientierte Attraktionen für die ganze Familie“ in Stuttgart zur Verfügung stehen soll. Nach den nötigen umfangreichen Sanierungen seien das Zuffenhäuser und das Sonnenberger Bad die modernsten Schwimmhallen der Bäderbetriebe, heißt es im Entwicklungsplan der Bäderbetriebe. „Deshalb sollen sie der Öffentlichkeit auch ganzjährig so oft wie möglich in der Woche zur Verfügung stehen.“ Finanziert sind die Umbaumaßnahmen allerdings noch nicht. Im aktuellen Doppelhaushalt 2018/2019 sind lediglich die Planungsmittel in Höhe von 1,3 Millionen Euro vorhanden.

Die Bäderbetriebe wollen Geld aus einem Bundesprogramm

Bäderbetriebe und Stadträte hoffen aber darauf, dass sich der Bund an den Kosten beteiligt. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat fördert Investitionen in kommunale Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur. „Im Bundeshaushalt 2019 waren ursprünglich 100 Millionen Euro vorgesehen. Diese Summe wurde um weitere 100 Millionen Euro aufgestockt“, heißt es auf der Internetseite des Bundesinstituts für Bau-, Stadt-, und Raumforschung. Die Mittel in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro stünden für die Förderung investiver Projekte „mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung und mit sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Integration in der Kommune und die Stadt(teil)entwicklungspolitik“ zur Verfügung. „Wir erfüllen die Kriterien vollumfänglich“, betonte der Pressesprecher der Bäderbetriebe, Jens Böhm, am Dienstag gegenüber unserer Zeitung. Unter anderem sei gefordert, die Klimaschutzziele einzuhalten, und auch die Dringlichkeit der Sanierung müsse gegeben sein. „Wir sind aktuell dran, das Projektblatt auszufüllen, um uns zu bewerben“, sagte Böhm. Einsendeschluss sei der Mittwoch, 19. Dezember. Die Zeit drängt. Der Bewerbung eine persönliche Note zu geben, sei aber eh nicht möglich. „Jeder bekommt das gleiche Projektblatt, auf dem sachlich argumentiert werden muss. Eine Präsentation mitzuschicken, ist nicht erlaubt.“

Während die genauen Kosten für die Sanierung des Bades in Zuffenhausen noch ermittelt werden müssen, steht mittlerweile fest, wie hoch die Summe der Badsanierung in Feuerbach letztendlich sein wird. Die Kosten belaufen sich nun auf insgesamt 15,175 Millionen Euro. Zuschüsse in Höhe von 796 000 Euro kommen von Land und Bund im Rahmen des Denkmalschutzes. Die Eröffnung des Bades nach einer Schließzeit von 33 Monaten ist auf Montag, 29. April 2019, terminiert.

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