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Skurril, aber wahr: Der Deutsche Hans K. hat versucht, 44 streng geschützte Geckos direkt im Schritt aus Neuseeland zu schmuggeln.

Christchurch - Es gibt viele Witze um Männer, Tiere und Unterhosen. Aber lustig war die Jagd nach lebenden Souvenirs, die Hans K. eine Urlaubsverlängerung in einem neuseeländischen Gefängnis eingebracht hat, nicht wirklich. Der Deutsche hatte am 6. Dezember vergangenen Jahres am Flughafen von Christchurch versucht, 44 streng geschützte Geckos und Glattechsen in einer handgenähten Bauchtasche direkt im Schritt aus Neuseeland zu schmuggeln. Jetzt verurteilte Richter Colin Doherty in Christchurch den 58-jährigen Rentner aus Nordrhein-Westfalen zu 14 Wochen Gefängnis und 5000 NZ-Dollar (2525 Euro) Geldstrafe. "Wenn er sich gut führt, kommt er nach fünf, sechs Wochen frei", sagte Hans K.s Anwalt Peter Maciaszek. Direkt nach der Haft soll Hans K. deportiert werden.

Der Rentner hatte sein Unternehmen von langer Hand geplant. Auf drei Neuseeland-Reisen in den Jahren 2001, 2004 und 2008 hatte er die Tiere intensiv studiert und dabei Kotproben genommen. 2008 war er sogar mit einem Schweizer Reptilienhändler unterwegs. Dass er sich hierbei "gezielt die Rosinen herauspickte" und fast ausschließlich schwangere Weibchen fing, wie Richter Doherty bemerkte, brachte ihm keine Pluspunkte ein: K.s Begründung, er sei selbst kein Schwarzmarkt-Dealer, sondern lediglich ein Sammler, half ihm nur wenig. Die Echsen hätten in Europa mindestens einen Gesamtwert von 45.000 bis 75.000 Euro gehabt.

Vermutlich als Folge des Tierraubs sind vier Geckos und eine Glattechse seit der Beschlagnahmung verendet. Die Reptilien-Expertin Marieke Lettink vermutet, dass auf dem Flug nach Deutschland weitere Tiere gestorben wären: "Geckos und Skinke sind keine Gruppentiere. So viele zusammenzustecken, vor allem Männchen, ist ein Unding. Die Tiere stehen unter Stress."

Das Besondere an Neuseelands Echsen ist, dass sie - bis auf eine Art - keine Eier legen, sondern ihre Jungen lebend gebären. Viele sind bunt gefleckt, sie sind 16 bis 18 Zentimeter lang und zehn bis zwölf Gramm leicht. Hans K. sagte aus, der Fang sei ein Kinderspiel gewesen: "Die sind hier gar nicht so selten. Die findet man in den Ritzen unter fast jedem größeren Stein. Man muss bloß den Stein umdrehen - und dann hat man sie."

Wie ihm der Zoll auf die Spur kam, wollte die Behörde zwar nicht ausbreiten, aber offenbar hatte Hans K. in einer Socke einen Gecko übersehen und ins Gepäck gestopft. Als die Tasche nach dem Einchecken durch die Röntgenkontrolle rollte, fiel der Gecko auf. Bei der Personenkontrolle wartete schon ein Dutzend Beamte auf Hans K. "Als ich die gesehen habe, wusste ich, jetzt bin ich dran." Sein Fazit: "Es tut mir nicht leid, aber ich würde es nicht noch mal tun."

So schnell lassen sie ihn auch nicht mehr nach Neuseeland hinein.

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