Zwei Monitore reichen aus, um das Geschehen rund ums Krankenhaus im Blick zu haben. Foto: Bosch

Der Kostendruck auf Krankenhäuser wächst. Damit Patienten auch weiterhin gut versorgt und gleichzeitig die Infrastruktur optimal genutzt werden kann, dafür hat sich Bosch Lösungen ausgedacht. Mit Smart Hospital Projekten will der Konzern in den nächsten Jahren 100 Millionen Euro umsetzen.

Stuttgart - Der Technologiekonzern Bosch sieht geschäftliche Chancen in der digitalen Vernetzung von Krankenhäusern. Ärzte und Pflegepersonal müssten auch unter stetig steigendem Kostendruck Patienten versorgen, gleichzeitig müsse die technische Infrastruktur optimal betrieben und nicht zuletzt müsse der Diebstahl teurer Medizingeräte verhindert werden – der Druck auf Kliniken sei enorm, so umschreibt Bosch die Rahmenbedingungen der Kliniken.

Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger haben bereits knapp 90 Prozent aller Krankenhäuser eine Digitalisierungsstrategie entwickelt, um ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu steigern. „Von diesen Ambitionen möchten wir profitieren“, sagt Stefan Hartung, der in der Bosch-Geschäftsführung für den Bereich Energie und Gebäudetechnik zuständig ist. Mit Smart-Hospital-Lösungen wollen die Stuttgarter sowohl den Klinikbetreiber als auch das Personal bei technischen und administrativen Aufgaben entlasten.

Der Rettungshelikopter meldet sich an

So sorge an der Universitätsklinik Rechts der Isar in München ein vernetzter Leitstand dafür, dass Mitarbeiter mit mehreren Monitore nebeneinander Schranken und Sprechanlagen auf dem Klinikgelände kontrollieren können. Vernetzte Kameras erfassten etwa die Landung eines Rettungshelikopters – und meldeten dies direkt an das zuständige Team im Operationssaal. In den USA kümmere sich die Bosch-Tochter Climatec um Gebäudeautomation, Klimatisierung, Feuermeldung sowie Schwesternruf- und Infotainmentsysteme für Patienten in 15 Einrichtungen von Banner Health, einem der größten gemeinnützigen Gesundheitsdienstleister in Nordamerika.

Mit solchen Projekten will Bosch in den nächsten Jahren einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro erzielen, so Hartung. Für den gesamten Geschäftsbereich rechnet er im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum um fünf Prozent. Im vergangenen Jahr hat Bosch in seinem kleinsten Bereich einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro erzielt (plus zwei Prozent).

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