Einmal zu heiß gewaschen und der Pullover ist bauchfrei Foto: Fotolia

Wenn das Hemd oder die Jeans an Bauch oder Po spannt, muss das nicht an zu wenig Bewegung oder zu viel Schokolade liegen. Man kann auch der Waschmaschine die Schuld geben.

Stuttgart - Wenn das Hemd oder die Jeans an Bauch oder Po spannt, liegt das oft an zu wenig Bewegung oder zu viel Schokolade. Manchmal kann man aber auch der Waschmaschine die Schuld geben. Denn frisch Gewaschenes engt mehr ein als bereits getragene Stücke. Warum eigentlich?

Viele Stoffe für die Kleiderproduktion werden bei der Herstellung massiv gedehnt. Schon während des Webvorgangs werden etwa Baumwollfäden in die Länge gezogen. Das spart Material: Je länger der Faden, desto mehr laufende Meter kann man damit weben – und drückt ­somit die Kosten. Das Verfahren gibt dem Material aber auch eine gewisse Stabilität. Schließlich will niemand, dass sich das fertige T-Shirt beim Tragen verformt.

Beim Waschen wirken zwei Faktoren auf den Stoff: Wasser und Wärme. Die Fäden saugen das Wasser auf. Dabei werden sie dicker und ziehen sich zusammen. Das Kleidungsstück wird ein bisschen enger. Nach dem Waschen bleiben die Fäden erst mal kurz – und zwar so lange, bis sie von außen wieder in Form gebracht werden. Meistens genügt es, das T-Shirt oder den Pullover beim Aufhängen vorsichtig in die Länge zu ziehen. Oder die Kleidung dehnt sich ganz automatisch beim Tragen.

Das funktioniert allerdings nicht, wenn die Wäsche zu warm gewaschen oder getrocknet wurde. Denn zu viel Energie lässt die Fäden auf ihre Originallänge schrumpfen. Je minderwertiger der Stoff, desto stärker verformt er sich. Um bis zu zehn Prozent kann Wäsche eingehen. Das wieder rückgängig zu machen erfordert erneut einen großen Energieaufwand. Danach ist das Kleidungsstück oft nicht mehr dasselbe.

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