Gustav-Adolf Frank ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Er war Lehrer in Fellbach, hat das Theater am Gymnasium und das Amateurfestival im Theater am Olgaeck in Stuttgart gegründet. Viele seiner ehemaligen Schüler haben sich auf der Bühne einen Namen gemacht.
Gustav-Adolf Frank, ehemaliger Lehrer, Regisseur und Texter, ist verstorben. Im Dezember wäre er 91 Jahre alt geworden. Der Pfarrerssohn, in Slowenien geboren, kam 1944 mit seinen Eltern als sogenannter Donauschwabe nach Deutschland. In Fellbach war er drei Jahre am Friedrich-Schiller-Gymnasium tätig und wechselte dann ans 1976 eingeweihte Gustav-Stresemann-Gymnasium, wo er bis zur Pensionierung 1996 Geschichte und Musik unterrichtete.
Auf Frank geht die „Bunte Bühne“ in Fellbach zurück
Allerdings beschränkte sich Frank nicht auf die im Lehrplan vorgesehenen Inhalte. Er bot Theater-Workshops an, beseelte die Städtepartnerschaft mit Frankreich durch Theatertreffen in Tain und Tournon und etablierte das Thag-Ensemble, zunächst am Fellbacher Jugendhaus, später in Stuttgart. Auf ihn geht die „Bunte Bühne“ zurück, die bis kommenden Sonntag ihre 31. Ausgabe erlebt. Bis zuletzt war Frank, der in Stuttgart lebte, der Bühne eng verbunden. Beim 5. Internationalen Amateur Theaterfestival am Theater am Olgaeck in Stuttgart, das er im Alter von 85 Jahren ins Leben gerufen hatte, stand er Mitte Juni noch auf der Bühne.
Gustav-Adolf Frank verfasste Texte und führte Regie, oft spielte er selbst mit. Er hat jungen Menschen die Bühne „schmackhaft“ gemacht. Mit seinen Schülern besuchte und bespielte er internationale Festivals, kein Weg war ihm zu weit, keine Bewerbung zu viel. Die bekannte Schauspielerin Katja Bürkle und der Tenor Matthias Klink, beide aus Schmiden, erinnern sich mit Freunden aus der GSG-Zeit mit Hochachtung an ihren Lehrer: „Du hast uns die Welt eröffnet und innere Welten entdecken lassen.“
Viele seiner ehemaligen Schüler haben sich im Theater einen Namen gemacht und sind auch international erfolgreich in der Kulturszene unterwegs. „Er hat uns ermutigt und eine Vision gegeben“, sagt der Opernsänger Klink. Gustav-Adolf Frank war nicht nur dem Sprachtheater zugewandt, sondern auch der Musik. Als Student sang er im Südfunkchor, er leitete Männer-Chöre, in den 1960er Jahren auch den Gesangverein im Stuttgarter Stadtteil Hofen. Er hatte Gesang in Stuttgart studiert, wo er seine Frau Elke Estlinbaum kennenlernte, die später als Mezzosopranistin in Gelsenkirchen und auch an der Oper in Stuttgart zu hören war. Die letzten Jahre verbrachte das Paar im Augustinum in Sillenbuch. Auch dort lebte Frank seine Leidenschaft aus und gründete das Theateratelier am Augustinum. Die Trauerfeier für Gustav-Adolf Frank findet an diesem Donnerstag in Sillenbuch statt.