Bei einem Laufbus gehen Kinder in Gruppen zur Schule. Foto: Horst Rudel

Die Laufbusse werden nur an wenigen Grundschulen in Stuttgart praktiziert. Dabei sollen sie die Elterntaixis ersetzen. Eine andere Aktion des Schulamts stößt hingegen auf Interesse.

Stuttgart - Immer mehr Kinder werden von ihren Eltern zur Schule gefahren. Oft kommt es dabei direkt vor dem Schulhaus zu chaotischen und gefährlichen Verkehrssituationen. Mit verschiedenen Maßnahmen versuchen Stadt, Schulen, Schulamt und Polizei, Familien davon zu überzeugen, dass Kinder zu Fuß zur Schule gehen können, dürfen und sollen. Eine Möglichkeit dazu ist der sogenannte Laufbus. An allen 72 Grundschulen werde das Projekt vorgestellt, aber nur an 25 Grundschulen praktiziert, erläuterte Gregor Belgardt von der Stabsstelle Sicherheitspartnerschaft in der kommunalen Kriminalprävention im Jugendhilfeausschuss.

Unterschiedliche Akzeptanz bei Laufbussen

Die Organisation eines Laufbusses werde beim Elternabend besprochen, auch ein Routenplan mit Haltestellen werde festgelegt. Außerdem gebe es eine Vereinbarung mit den Eltern, wer die Kindergruppe verlässlich zur Schule begleite. Die Akzeptanz solcher Laufbusse sei sehr unterschiedlich, so Belgardt. „Nicht überall kam ein Feedback von der Elternschaft.“ Dabei sei es besonders für Erstklässler hilfreich, wenn sie beim Schulweg begleitet werden – „nach den Herbstferien sollten sie den Schulweg allein bewältigen“, so Belgardt.

Auf zunehmendes Interesse stößt die Aktion des Staatlichen Schulamts „Sicher zu Fuß zur Schule“. Dabei lernen die Kinder nicht nur, wie man sich sicher im Straßenverkehr verhält, sondern können auch Punkte machen, wenn möglichst viele aus einer Klasse zu Fuß zur Schule kommen. So stieg die Zahl der Teilnehmer von 5667 Schülern im Jahr 2016 auf 7339 Schüler im vergangenen Jahr. Aktuell gebe es sogar mehr als 8000 Anmeldungen.

Im Jugendhilfeausschuss wurden die Aktivitäten begrüßt, da sie zur Selbstständigkeit der Kinder beitragen. Vittorio Lazaridis (Grüne) wunderte sich allerdings: „Was müssen wir denn noch alles organisieren in dieser Stadt? Wo bleibt die Verantwortung der Eltern?“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: