An Christi Himmelfahrt beginnt der Katholikentag in Stuttgart. Zahlreiche Helfer sollen dabei für einen ruhigen Ablauf sorgen, die Polizei ist auch stark vertreten.
Es werden 20 000 bis 30 000 Menschen zum 102. Katholikentag (25.-30. Mai) erwartet, dazu eine ganz Reihe Promis, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz. Da muss – bei aller von den Teilnehmenden zu erwartenden Begeisterung für die Themen – auch alles in geregelten Bahnen und sicher abgehen. Wie, das haben die Organisatoren am Donnerstag erklärt.
Wer kommt?
Es haben sich bereits rund 20 000 Teilnehmende Karten gekauft. Mit bis zu 30 000 rechne er, sagte Roland Vilsmaier, der Geschäftsführer des Katholikentages, bei einer Pressekonferenz zum Thema Sicherheit auf der Großveranstaltung am Donnerstag. Das hänge natürlich bei den vielen geplanten Freiluftveranstaltungen auch vom Wetter ab. „Wir beten schon fleißig“, fügte er hinzu. Schön dürfe es werden, aber nicht ganz so heiß wie in dieser Woche. Ob der alleroberste Chef der Christenheit die Gebete erhört, darauf habe man natürlich keinen Einfluss. Aber mehr als 1000 Helferinnen und Helfer werden als Bodenpersonal dafür sorgen, dass die Gäste und Teilnehmenden einen reibungslosen Katholikentag erleben. Diese Helfer haben eine Mannschaft, die sich in Stuttgart bereits kundig gemacht hat, an der Seite. Diese Leute heißen Objektleiter und haben Ende April schon einmal die Örtlichkeiten und Veranstaltungsstätten inspiziert, damit sie sich auskennen, wenn es losgeht.
Was macht die Polizei?
Wie viele Einsatzkräfte in der Stadt unterwegs sein werden, das verrät Claudia Rohde nicht – nicht für die Auftritte der Promis wie Präsident Steinmeier oder Bundeskanzler Olaf Scholz, aber auch nicht für den Normalbetrieb. Als Leiterin der Führungsgruppe der Stuttgarter Schutzpolizeidirektion ist Rohde Einsatzleiterin während des Katholikentages. „Ich teile mir das mit meinem Kollegen Jens Rügner im Schichtdienst“, sagt sie. Rügner ist Chef des Reviers an der Theodor-Heuss-Straße. Zur Zahl sagte Rohde bei der Pressekonferenz zum Thema Sicherheit nur: „Wer Stuttgart kennt, weiß, dass wir ausreichend stark vertreten sein werden.“ Die Polizei sei dabei nicht nur sichtbar in Uniform unterwegs. Auch zivile Einsatzkräfte seien in der Stadt, kündigte Rohde an. So wolle man sichergehen, reagieren zu können, wenn gefährliche Personen unterwegs seien. Rohde drückte das so aus: „Es gibt auf solchen Großveranstaltungen manchmal Einzelpersonen, die nutzen das Ereignis, um zu provozieren, was nicht im Sinne der Polizei oder des Veranstalters ist.“ Hinweise auf Gefährdungen lägen nicht vor. Man gehe „seit den Terroranschlägen in den zurückliegenden Jahren“ von einer „abstrakt hohen Gefährdung aus“, so Rohde. Demos, die bereits angemeldet seien, schätze man nicht als konfliktträchtig ein, sagte Stefan Praegert vom Ordnungsamt. Eine mit etwa 8000 Teilnehmenden zum Thema Ukraine sei dabei, und mehrere, die sich kritisch mit der katholischen Kirche auseinandersetzen würden.
Was müssen die Gäste beachten?
Aus Sicherheitsgründen dürfe man keine großen Gepäckstücke mitnehmen in den Veranstaltungsbereich. „Also ein kleiner Tagesrucksack mit dem Bedarf für den Tag ist okay“, sagte Rohde. Für alles andere werde eine Gepäckaufbewahrung eingerichtet. Aufgrund der hohen Gästezahl und des stark belasteten Stuttgarter Straßennetzes bitte man Teilnehmende, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. „Wir haben mit der SSB eine Taktverstärkung und einen Katholikentagsfahrplan vereinbart“, sagte Sebastian Zeis, der Abteilungsleiter Infrastruktur. Auch gelte die Eintrittskarte als Kombiticket für den Nahverkehr. Auch für Stuttgarter hat die Verkehrssituation Auswirkungen: Einzelne Straßen, etwa im Hospitalviertel, werden gesperrt. Die Anwohnenden seien informiert. Wegen der Veranstaltungen auf dem Schlossplatz sei keine Durchfahrt auf der Planie möglich, auch die Linienbusse müssten – ähnlich wie beim Weihnachtsmarkt – bereits auf Höhe des Karlsplatzes wenden.