In wenigen Minuten stand der ganze Stall in Flammen. Foto: 7aktuell/Christina Zambito

70 Tiere haben den Brand ihres Stalles überlebt. Ursache könnten Feuerwerkskörper sein.

Donzdorf - Noch am Tag nach der Katastrophe ist der beißende Rauch in der Umgebung zu riechen. Im Donzdorfer Teilort Winzingen brannte in der Nacht zum Montag ein Kuhstall im Ortskern komplett nieder. Die Löscharbeiten zogen sich bis in den Montagnachmittag hinein. Eine Ursache des Brandes könnten Feuerwerkskörper gewesen sein, vermutet die Polizei, die den Sachschaden auf 350 000 Euro schätzt.

Rinder kommen mit dem Schrecken davon

Die knapp 70 Rinder in dem Stall sind laut dem Feuerwehrkommandanten Oliver Schmid unverletzt oder mit leichten Verletzungen davongekommen. „Alle Tiere haben überlebt. Wir haben sie glücklicherweise rausgebracht“, berichtete der Feuerwehrmann am Montagnachmittag. Nahezu gleichzeitig mit dem Eintreffen der ersten Feuerwehrleute hatte der Besitzer des Hofs mit einem Frontlader ein Tor und eine Wand des Stalls eingerissen und so den Tieren die Flucht ermöglicht.

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich in der Nacht abgespielt haben. Gegen 22.45 Uhr habe der Einsatz begonnen, sagte Schmid. Dass die Feuerwehr sehr schnell am Einsatzort gewesen sei, sei einem glücklichen Umstand geschuldet gewesen: Wenige Meter Luftlinie entfernt von dem Brand habe am Sonntagabend ein Fest der örtlichen Feuerwehr stattgefunden. Gäste hätten das Feuer auf dem Dach des benachbarten Hofes bemerkt, und die Feuerwehrleute seien sofort ausgerückt und hätten gleichzeitig die Leitstelle über den Brand informiert. Rasch kamen dann Feuerwehrleute aus Donzdorf, Reichenbach, Eislingen, Süßen, Salach und Göppingen zusammen, um den Großbrand gemeinsam zu löschen. Insgesamt seien mehr als hundert Feuerwehrleute mit 17 Fahrzeugen vor Ort gewesen, bilanzierte Schmid.

Unter dem Dach lag Stroh

Den Stall noch zu retten sei aber trotz des schnellen Eintreffens der Feuerwehren nicht mehr möglich gewesen. Vom Dach aus, unter welchem Stroh gelagert worden sei, hätten sich die Flammen in nur wenigen Minuten auf das gesamte Gebäude ausgebreitet. Entsprechend habe die Feuerwehr daher ihren Schwerpunkt darauf gelegt, die umliegenden Gebäude zu schützen.

Am Tag nach dem Brand waren zahlreiche Tiere noch nicht wieder eingefangen. Jene Rinder, die rasch gefunden wurden, wurden laut dem Feuerwehrkommandanten Schmid bei anderen Bauern im Ort untergebracht. Auf den Landstraßen um Winzingen herum war die zulässige Höchstgeschwindigkeit für die Autos mit dem Hinweis auf frei laufende Rinder und mobilen Schildern auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert worden. Zahlreiche Freunde und Nachbarn des geschädigten Landwirts waren am Montagmittag noch damit beschäftigt, die in der Nacht zuvor aus dem brennenden Stall befreiten Rinder zu suchen.

Polizei sucht Zeugen

Die genaue Brandursache war am Montag noch unklar. Die Polizei erklärte jedoch, Zeugen hätten berichtet, sie hätten vier Personen mit Feuerwerkskörpern hantieren gesehen. Diese seien nach dem Zünden des Feuerwerks in Richtung Feuerwehrhaus davongelaufen. Die Kriminalpolizei (Telefonnummer 0731/188-4711) hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun Zeugen, die möglicherweise Angaben zu den vier gesuchten Zündlern Personen machen können.

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