Die Band „Groove Inclusion“ freut sich schon auf die weite Reise in den Osten. Foto: privat

Die Band „Groove Inclusion“ mit Musikern aus Fellbach und dem Remstal ist auf dem Weg zum Weltkongress nach Jekaterinburg.

Fellbach - Jetzt in den Sommerferien geht es los nach Russland, kündigt Bandleiter Hans Fickelscher aus Fellbach an, bevor ein letztes Mal die Instrumente gestimmt werden. „Ja! Endlich!“, freut sich Laura Freytag, die junge Frau am Akkordeon. Bei der letzten Probe vor den Ferien herrscht fröhliche Stimmung.

Seit Monaten bereitet sich die inklusive Bigband auf das Großereignis vor

Seit Monaten bereitet sich die inklusive Bigband mit einzigartiger Besetzung – ein Projekt der Volkshochschule Unteres Remstal – intensiv auf das Großereignis vor: Der Weltkongress für behinderte Menschen unter dem Motto „Werte sichtbar machen“ hat eingeladen. Und „Groove Inclusion“ ist nicht nur als Teilnehmer am gesamten Programm mit Workshops, Podiumsdiskussionen, Flashmob und ­Gala-Abend dabei, sondern auch als musikalischer Programmpunkt für den Auftakt gebucht. Am Dienstag, 5. September, geht es los in Richtung Russland.

Eine ganz besondere Ehre, sagt die Gründerin, die frühere Volkshochschulleiterin Rosa Budziat aus Korb: „Das ist ein einzigartiges Erlebnis, 24 Bandmitglieder mit und ohne Behinderung freuen sich darauf.“ Toll sei auch, dass drei Vertreter der Stiftung der Kreissparkasse sowie die Sozialdezernentin des Landratsamts, Petra Bittinger, mit im Begleittross sind. Die Stiftung trage die Fahrtkosten. „Nicht aber die Instrumente, die dürfen die Bandmitglieder selber tragen“, scherzt Karl-Otto Völker von der Kreissparkassen-Stiftung.

Leiter Hans Fickelscher freut sich auf die Reise: „Das wird großartig“

Hans Fickelscher, der das Projekt vorangetrieben hat, ist schon gespannt. „Sicher wird es Hindernisse geben, aber auch wenn es die eine oder andere Überraschung gibt: Das wird großartig. In fast kompletter Besetzung bis hinter den Ural zu reisen – das ist doch was.“ Das findet auch Bandmitglied Klaus Wilhelm aus Weinstadt, der durchaus auch aufgeregt ist. Wird alles klappen? Werden die Leihinstrumente bereitstehen? Das beschäftigt auch ihn. Dennoch: „Zu einer solchen Reise hätte ich sonst nie Gelegenheit“, sagt er nachdenklich. „Das ist schon eine ­tolle Sache.“

Stolz ist auch die VHS-Leiterin Stefanie Köhler. „Das Bandprojekt verkörpert den Bildungsauftrag der Volkshochschule auf ganz besondere Weise: Teilhabe, Inklusion, Chancengleichheit – das alles ist fest in unserem Leitbild verankert. Aber hier wird es gelebt!“ Dass die Band sogar internationalen Ruhm erlangt, wertet sie als Zeichen, dass die Entwicklung im Bereich Inklusion endlich in Gang kommt.

Letzte Bandprobe vor dem Start mit herrlich schrägen, jazzigen Klängen

Die Gäste genießen die Bandprobe mit den herrlich schrägen, jazzigen Klängen sichtlich. Am Ende gibt es zufriedene Gesichter, wie fast immer. Und man verabschiedet sich aufgeregt: „Nächstes Mal spielen wir in Russland!“ Für das russische Volkslied „Katjuscha“ sind die Noten zum Üben schon verteilt.

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