Google Maps hat bei vielen Nutzern das klassische Navigationssystem abgelöst. Foto: imago images/photothek/Thomas Trutschel

Ein Handkarren und 99 Smartphones, mehr brauchte ein Berliner Künstler nicht, um den Berliner Verkehr umzuleiten. Seine Video der Erzeugung von „virtuellen Staus“ fasziniert das Internet.

Stuttgart - Die meisten Google-Maps-Nutzer kennen und schätzen das Feature, Staus aufgrund der Echtzeitdaten des Programms umfahren zu können. Doch nur die wenigsten wissen, wie es funktioniert. Eine eindrucksvolle Demonstration liefert nun der Berliner Künstler Simon Weckert. Sein Video „Google Maps Hacks“ zeigt ihn, wie er mit einem mit 99 Smartphones beladenen Handkarren durch Berliner Straßen läuft.

Denn die GPS-Signale der Smartphones der Nutzer fließen in Googles Staukarte mit ein. Dies sorgt dafür, dass der Handkarren von dem Programm als „Stau“ wahrgenommen wird. Wenn sich nämlich 99 Smartphones lediglich in Schrittgeschwindigkeit die Straße entlangbewegen, schließt der Algorithmus daraus, dass eine Vielzahl an Fahrzeugen gerade an dieser Stelle festhängt. Somit werden andere, reale Fahrzeuge über andere Straßen umgeleitet, um diesen „Stau“ zu vermeiden.

Wie der Künstler in seinem Blog schreibt, will er damit zeigen, wie virtuelle Dienste wie Google Maps die Wahrnehmung der realen Welt und damit auch die Handlungen der Nutzer beeinflussen können. Offenbar traf Weckert damit den Nerv der Nutzer: Auf Twitter trendete das Thema und auch auf Youtube gewann das Video zu der Aktion rund 100.000 Aufrufe innerhalb von knapp drei Stunden hinzu.

Es ist gut vorstellbar, dass Google versuchen wird, am Algorithmus zu schrauben, um derartige Manipulationen in Zukunft zu verhindern.

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