Der Göppinger Verein „Fabrik für Kunst und Kultur“ hat mit einer Kunstausstellung die sanierte Chapel ihren zahlreichen Gästen präsentiert. Foto: Horst Rudel

Die lang ersehnte Wiedereröffnung ist jetzt offiziell gefeiert worden - und sogar der Oberbürgermeister zeigt sich angetan von der Chapel.

Göppingen - Die jahrelange Zitterpartie um den Weiterbetrieb der Chapel als kulturellem Veranstaltungsort im Göppinger Stauferpark ist am Wochenende mit einer Wiedereröffnungsparty beendet worden. Vor rund drei Jahren musste die frühere amerikanische Garnisonskirche schließen, weil der Brandschutz und andere Auflagen nicht gewährleistet waren. In einer konzertierten Aktion gelang es dem Verein „Fabrik für Kunst und Kultur“ (FKK), gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern und viel Eigenarbeit, die zuerst auf 900 000 Euro veranschlagten Sanierungskosten zu halbieren und schließlich auch den Oberbürgermeister Guido Till von ihrem kulturellen Anliegen zu überzeugen.

Wesentlicher kultureller Beitrag

„Die Chapel sieht aus wie früher – nur besser“, konstatierte Till nun bei seiner Eröffnungsrede gut gelaunt. Seit ihrer Funktion als Kirche sei sie immer ein Ort der Vielfalt geblieben, allein schon deshalb habe sich ihre Erhaltung gelohnt. Und artig ergänzte Till, die Chapel erfülle einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Entwicklung des Stauferparks. Zur Eröffnung belegten dies die Jazzformation OP3 aus der Gründerzeit des Stauferparks und eine Ausstellung der Kunstinitiative Unikom aus Schwäbisch Gmünd.

Der Oberbürgermeister hatte gegen die Kostenübernahme gestimmt

Manchem Gast mag so viel Lob aus dem Mund des Oberbürgermeisters fremd in den Ohren geklungen haben, hatte doch die Mehrheit im Gemeinderat im Jahr 2014 die Entscheidung zur Kostenübernahme gegen den Willen Tills gefällt. Tatsächlich sei die erste Kostenschätzung zur Sanierung der Chapel mit rund 900 000 Euro ein Schock gewesen, erinnerte der Verwaltungschef. Dem Stadtbauamt sei es schließlich gelungen, gemeinsam mit den Fachleuten des FKK, darunter eine Architektin, mehrere Tontechniker und EDV-Fachkräfte, die Kosten auf inzwischen rund 390 000 Euro zu senken. Auch die 40-seitige Konzeption des FKK und das große Engagement von Kulturamtsleiter Wolfram Hosch habe den Erhalt der Chapel befördert. Als Retter der Chapel gilt außerdem Jürgen Gröger, der vor seinem Wechsel an die Spitze des Eislinger Bauamtes den Fachbereich Immobilienwirtschaft und das Referat Hochbau in Göppingen leitete. Tamara Priwitzer, die erste Vorsitzende des FKK, dankte am Eröffnungsabend außerdem der früheren Göppinger Sozialbürgermeisterin Gabriele Zull, die unglaublich viel für den Verein getan habe.

Auch die Krypta ist wieder in Betrieb

Weil die Brandschutztüren erst verspätet geliefert werden konnten, war die Eröffnung der Chapel im vergangenen Herbst nur inoffiziell verlaufen. Für die ersten Veranstaltungen musste der Brandschutzbeauftragte eine Ausnahmegenehmigung erteilen, und die noch nicht ersetzten Türen wurden ausgehängt. Der Betrieb in dem Krypta genannten Partyraum im Keller war schon ein wenig länger wieder möglich.

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