Brigitte Schreiner war die Leiterin der Grünen Damen in den Alb-Fils-Kliniken. Foto:  

Mit großem Engagement leitete Brigitte Schreiner den Freiwilligendienst der Alb-Fils-Kliniken. Nun hat sie Abschied genommen. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz wurde sie mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Göppingen - Viel Aufhebens um ihre Person ist ihr unangenehm. Zwar schätzt sie es, dass sie nun in der Zeitung kommen soll, aber nur um für das zu werben, was ihr am Herzen liegt: die Arbeit der Grünen Damen in den Alb-Fils-Kliniken des Kreises Göppingen. 24 Jahre lang hat Brigitte Schreiner zum Team gehört, seit 2008 als Leiterin. Ehrenamtlich. Für ihr Engagement wurde die 75-Jährige mit der Ehrennadel des Landes ausgezeichnet.

Brigitte Schreiner hat beruflich nie etwas mit dem Krankenhaus zu tun gehabt. „Ich war Sekretärin, später Hausfrau und Mutter“, erzählt sie. Einer Grünen Dame begegnete sie zum ersten Mal, als sie eines Tages in eine Klinik gehen musste, weil ihre Tochter den Arm gebrochen hatte. Im hessischen Bad Arolsen war das. „Ich kam mit ihr ins Gespräch und dachte, wenn die Kinder aus dem Haus sind, machst du das auch.“ Doch die Jahre, die sie ihrer Familie widmete, waren so ausgefüllt, dass diese Begegnung in Vergessenheit geriet. „Aus den Augen, aus dem Sinn“, sagt Brigitte Schreiner und lacht.

Sie hat viel zurück bekommen

Erst Jahre später – die Familie war mittlerweile ins Schwäbische gezogen – fiel ihr die Sache wieder ein. Erneut bei einem Krankenhausbesuch, diesmal mit ihrem Sohn, der sich eine Sportverletzung zugezogen hatte. Wie es der Zufall wollte, stand vor der Röntgenabteilung eine Frau mit grünem Kittel. Es machte klick. Nach einem kurzen Gespräch suchte Brigitte Schreiner die damalige Leiterin des Freiwilligendienstes auf – und war engagiert. Das war 1995, sie war 51 Jahre alt. „Ein paar Monate später fing ich an“, sagt sie.

Was sie bewog, ein Ehrenamt im Krankenhaus anzunehmen? Brigitte Schreiner überlegt kurz und sagt schließlich: „Ich hatte immer diese Hilfsbereitschaft.“ Es sei eine schöne Aufgabe, kranke Menschen zu unterstützen. Wichtig war ihr bei ihrem Ehrenamt immer, niemanden mit Hilfsangeboten zu erdrücken. Das aber lerne eine Grüne Dame von Anfang an. „Wir sind gehalten, zurückhaltend zu sein, abwartend, und wir können auch schweigen.“ Unversehens wechselt sie vom Vergangenheits- in den Gegenwartsmodus, als sei sie noch mittendrin. Doch sie hat schon Abschied genommen – zum Bedauern ihrer Mitstreiterinnen. Auch Brigitte Schreiner ist es schwer gefallen, Adieu zu sagen. In den Jahren ihrer ehrenamt­lichen Tätigkeit habe sie so viel zurück bekommen, von den Patienten und den anderen Grünen Damen. Doch die nächsten Lebensjahre will sie wieder mehr zu Hause sein, sich um ihren großen Garten kümmern und das Enkelkind, das hoffentlich oft aus Berlin zu Besuch kommt.

Es sind oft kleine Dinge, die Freude machen

„Kann ich behilflich sein?“ – Brigitte Schreiner, die aus der Pfalz stammt und nun in Faurndau lebt, weiß nicht, wie oft sie diese Frage gestellt hat, die am Anfang eines jeden Kontaktes mit Patienten steht. Meistens waren es einfache Wünsche, die die Patienten äußerten. „Es sind die kleinen Dinge, die Freude machen, einen Cappuccino holen in der Cafeteria, sich um eine Telefonkarte kümmern, mit den Koffern helfen“, erzählt Brigitte Schreiner. Hin und wieder hätten die Kranken auch ihr Herz ausgeschüttet. Auch dafür sei Zeit, und, ja, manchmal seien einem solche Gespräche unter die Haut gegangen.

Obwohl sie die Leitung innehatte, übernahm sie immer noch regelmäßig Dienste am Krankenbett. Das lag ihr am Herzen. Genauso wichtig nahm sie die Betreuung­ der ihr anvertrauten Ehrenamtlichen, in Göppingen 24 Grüne Damen und ein Grüner Herr, in Geislingen zehn. Sie koordinierte und teilte die Dienste ein. Vor sechs Jahren reaktivierte sie den Freiwilligendienst an der Helfenstein-Klinik in Geislingen. „Montags und donnerstags war ich da, morgens in Geislingen, nachmittags in Göppingen“, erzählt sie.

Da ein Team am besten funktioniert, wenn jeder sich eingebunden fühlt, sorgte sie bei Besprechungen für eine schöne Atmosphäre­. „Da habe ich hübsch eingedeckt, und es gab Kaffee.“ Entscheidend aber sei gewesen, dass über alles geredet werden konnte. Dadurch seien Freundschaften entstanden, die, da ist sich Brigitte Schreiner sicher, auch über ihren Abschied­ hinaus Bestand haben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: