Der nächtliche Lastwagenverkehr belastet Anwohner in Holzheim zusätzlich. Foto: Stoppel

Dass es in Holzheim doch kein nächtliches Lastwagendurchfahrverbot gibt, ist für viele Bürger enttäuschend. Trotzdem hat die Stadt richtig gehandelt, resümiert unsere Autorin Karen Schnebeck.

Göppingen - Beim Thema Lärmaktionsplan haben Stadt und Gemeinderat keine besonders gute Figur gemacht. Zum einen hat sich die Verabschiedung des Maßnahmenkatalogs über Jahre hingezogen, zum anderen ist von einem Teil der ursprünglichen Vorschläge, etwa die Einführung von Tempo 30, nichts übrig. Insofern ist der Lärmaktionsplan, der jetzt beschlossen wurde, nicht viel mehr als ein Plänchen.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Stadt mit oder ohne Tempolimits wenig Möglichkeiten hat, die Lärmbelastung zu reduzieren. Gerade beim Thema Verkehr spielen zu viele Akteure eine Rolle, die sie nur unwesentlich beeinflussen kann, man denke nur an die ausstehende Entscheidung des Kreistags über den VVS-Beitritt.

Viele Bürger wird vor allem die Kehrtwende beim nächtlichen Lastwagenfahrverbot in Holzheim ärgern. Doch gerade in diesem Fall kann man der Stadt kaum vorwerfen, dass sie versucht hat, einen Kompromiss mit dem Unternehmen zu finden und nun abwarten will, ob sich die Situation für die Anwohner auf diesem Weg verbessern lässt.

Denn wenn es Wackler tatsächlich schafft, die Zahl der nächtlichen Fahrten durch Holzheim ernsthaft zu reduzieren und dafür zu sorgen, dass Fahrer künftig stets die kürzeste Strecke wählen, ist nicht nur den Bürgern, sondern auch der Umwelt geholfen. Falls sich allerdings herausstellt, dass die Zahl der Lastwagen nicht wesentlich sinkt, dann dürfen Stadt und Gemeinderat mit dem Fahrverbot nicht mehr zögern. Zumal es völlig unverständlich ist, dass Wackler mit der Anweisung an die Fahrer bis jetzt gewartet hat. Dass Holzheim enorm unter dem Schwerverkehr leidet, ist schließlich schon lange bekannt, und die Ausweichroute in Richtung Osten über Schlat ist seit mehr als zwei Jahren komplett fertig.

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