Seit 9000 Jahren erdulden Schweine, dass Missetaten zu Sauereien fehlgedeutet werden. Foto: dpa

Die Magstadter Handballer erinnern an das soziale Wesen des Schweins und mahnen, die Tiere sprachlich nicht länger zu diskriminieren.

Magstadt - Der 33. US-Präsident war schon aus Pflichtbewusstsein ein Schweineversteher. „Kein Mann sollte Präsident werden dürfen, wenn er Schweine nicht versteht.“ Dieses Zitat ist von Harry S. Truman überliefert, dem Vorvorvorvorvorvorvorvorvorvorvorvorgänger von Donald Trump. Die Amerikaner würdigen Trumans These noch heute jeden 1. März mit ihrem Tag des Schweins. Ein Mann muss Schweine aber nicht verstehen, um sie zu grillen. Dieser Gedanke führt direkt von Washington nach Magstadt. Dazu später mehr.

Mancher Zeitgenosse mag bei der Suche nach Parallelen zwischen Trump und Schweinen Gedanken hegen, die in der Zeitung nicht zitierbar wären. Dies zum Nachteil des Schweins. Deshalb ist auch bei privater Veröffentlichung Vorsicht geraten. Andernfalls droht eine umfassende Belehrung seitens der Tierschutzaktivisten von Peta über das soziale Wesen der Schweine.

Schweine beweisen einiges Geschick im Umgang mit Videospielen

Davon nur ein schmaler Auszug: Forscher habe zu ihrer eigenen Verblüffung festgestellt, dass Schweine einiges Geschick im Umgang mit Videospielen beweisen. Das schweinische Grunzlexikon umfasst mehr als 20 Wörter. Chirurgen retten Menschenleben, indem sie Herzklappen von Schweinen transplantieren. Der umgekehrte Weg wurde noch nicht erprobt. Ansonsten beschreiben selbst Männer die Belehrung seitens der Tierschützer als unangenehm, die angesichts jener Peta-Playmates, die nackt gegen jede Verwendung von Tierhaut protestieren, nichts als schweinische Gedanken hegen.

Womit das Schwein einmal mehr Opfer eines Wortspiels wurde, das jede soziale Sau nur kränken kann. Das moderne Schwein hat den Widerstand gegen sprachliche Diskriminierung aber längst aufgegeben. In der Jungsteinzeit begann der Mensch, Schweine zu halten. Seit 9000 Jahren hört die Spezies von Drecksäuen, lässt das Verb schweinigeln über sich ergehen, erduldet, dass Missetaten zur Sauerei fehlgedeutet werden und jammerlappige Menschen inneren Schweinehunden die Schuld für ihre Faulheit aufbürden. Irgendwann interessiert das alles eben keine Sau mehr.

Vollständig scheinen die Handballer die Anliegen der Schweine nicht erfasst zu haben

Es sind die Handballer des SV Magstadt, die an zwischenzeitliche Versuche erinnern, mittels Glücks- oder Sparschweinen ein sprachliches Umdenken zu bewirken, ganz ohne Gendersternchen. Just an dem Tag, an dem dieser Text erscheint, eröffnen die Handballer eine Saubar, um Begriffe wie saugut, saulecker oder Schwein gehabt ins allgemeine Gedächtnis zurückzurufen. Mit ihnen beschreiben sie ein zünftiges Beisammensein in der örtlichen Festhalle, gern in Dirndl und Lederhose. Vollständig scheinen die Magstadter die Anliegen der Schweine aber nicht erfasst zu haben. Der Anlass ihrer Mahnung, sie sprachlich freundlicher zu behandeln, ist ein Schlachtfest.

Das Fest beginnt am Freitag, 1. Februar, um 18.30 Uhr. Die Adresse der Festhalle ist die Alte Stuttgarter Straße 62.

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