Der Daimler-Gewinn ist um fast 80 Prozent eingebrochen. Foto: dpa/Marijan Murat

Die Corona-Krise triff Daimler knüppelhart. Im ersten Quartal ist der Gewinn massiv eingebrochen. Jetzt heißt es für den Autobauer langsam wieder Fahrt aufzunehmen, um in die Normalität zurückzusteuern, meint Redakteurin Imelda Flaig.

Stuttgart - Eigentlich hatte die Woche für Daimler ganz gut angefangen, denn nach vier Wochen Stillstand hat der Autobauer gerade damit begonnen, seine Produktion in einigen Werken wieder langsam anlaufen zu lassen. Doch dann kommt es gleich knüppeldick. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ist im ersten Quartal um fast 80 Prozent eingebrochen. Detaillierte Zahlen legen die Schwaben nächste Woche vor.

Der Gewinneinbruch ist kein Daimler-spezifisches Problem, sondern vor allem der Corona-Krise geschuldet, die die gesamte Autobranche massiv trifft. Sicher, Daimler hatte schon zuvor mit schwächeren Ergebnissen zu kämpfen, denn Milliardeninvestitionen in neue Technologien rund um E-Autos und autonomes Fahren sind nicht zum Nulltarif möglich. Ganz zu schweigen noch von Belastungen, die der Konzern wegen des Diesel-Abgasskandals wegstecken musste.

135 000 in Kurzarbeit

Vor der Corona-Krise klang Daimler trotz solcher Widrigkeiten noch einigermaßen zuversichtlich, stellte sogar noch eine Steigerung des operativen Ergebnisses in Aussicht. Mittlerweile wagt man keine Prognose mehr. Alles andere wäre auch unseriös und fahrlässig, Prognosen gleichen einer Fahrt im Nebel. Keiner vermag heute einzuschätzen, wie sich Nachfrage entwickelt, ob die Lieferketten weltweit halten und die Produktion problemlos hochgefahren werden kann.

Dennoch heißt das Gebot der Stunde, möglichst schnell zurück zur Normalität. Etwa 135 000 Daimler-Beschäftigte in Deutschland sind noch bis Anfang Mai in Kurzarbeit. Auf Daimler-Chef Ola Källenius und seine Mannschaft wartet mehr Arbeit denn je. Gut, dass sich das Unternehmen frühzeitig finanzielle Spielräume gesichert hat. Angesichts der Corona-Krise hatte der Autobauer bei seinen Banken eine neue Kreditlinie in Höhe von zwölf Milliarden Euro geschlossen. Am Geld wird die Rückkehr auf die Erfolgsspur also erst einmal nicht scheitern. Es ist zweifellos ein beispielloser Kraftakt – dass er gelingt ist Daimler und der ganzen Branche zu gönnen.

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