Insgesamt sechs Maschinenkomponenten werden in Deizisau abgeladen. Foto: Horst Rudel

Der Getränkehersteller Coca-Cola in Deizisau bekommt eine hundert Tonnen schwere Reinigungsanlage für Glasflaschen.

Deizisau - Das Knirschen der dicken Metallketten lässt erahnen, welche gigantischen Gewichte der Schwerlastkran beim Abladen heben muss. Am Montag wurden insgesamt sechs bis zu 20 Tonnen schwere Maschinenkomponenten bei Coca-Cola in Deizisau abgeladen. In der Werkshalle werden die riesigen Teile in den kommenden Wochen zu einer 17 Meter langen, 4,5 Meter hohen und neun Meter breiten Reinigungsanlage für Glasflaschen zusammengebaut. Damit die Anlage ins Werk passt, musste sogar eine Wand eingerissen werden.

„Reinigungsanlagen sind in der Mehrwegabfüllung von Getränken die Hauptverbraucher von Wasser und Energie“, begründet der Betriebsleiter Thomas Sprecher den Einbau der neuen Anlage für drei Millionen Euro. Das Unternehmen hofft, rund 40 Prozent Wasser und 30 Prozent Energie mit der neuen Maschine einzusparen. Konkret seien es 4000 Badewannen voll mit Wasser und so viel Wärmeenergie, wie 24 Vier-Personen-Haushalte im Monat verbrauchten. Ferner soll die Kapazität von bisher 30 000 auf 40 000 Flaschen pro Stunde erhöht werden.

Bis die Anlage eingesetzt werden kann, sind zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Angeliefert wurde die Anlage mit einem Gesamtgewicht von hundert Tonnen mit fünf Schwerlasttransporten aus Flensburg in Schleswig-Holstein. Eine Woche lang waren die Lastwagen unterwegs. Im Deizisauer Werk wurden die Komponenten am Montag mit zwei Kränen auf kleine Rollbretter abgeladen und in Zentimeterarbeit mit einem Gabelstapler an ihren geplanten Standort in den Werkshallen gezogen. Für die Montage der Anlage werden in den kommenden Wochen noch 15 weitere Lastwagen mit Einzelteilen erwartet. 17 Firmen – vom Maler über Schweißer bis hin zu Elektriker und Fliesenleger – sind mit dem Einbau der Anlage betraut.

Keine Abfüllung während der Montagezeit

Im Deizisauer Werk kann während der Montagezeit nicht wie gewohnt produziert werden. Während die Plastikflaschen weiter befüllt werden, herrscht bei den Glasflaschen Stillstand. Die Kunden in der Region Stuttgart, die ansonsten vor allem von Deizisau aus mit Flüssigem versorgt werden, werden während dieser Zeit von anderen Abfüllanlagen des Konzerns mit beliefert.

Wenn die Anlage im neuen Jahr in Betrieb genommen wird, soll sie die Mehrwegflaschen aus Glas in einem mehrstufigen Verfahren von Verunreinigungen befreien. Zunächst werde grober Schmutz entfernt. „Vor allem Strohhalme sind dabei ein großes Thema“, erklärt die Projektmanagerin Stephanie Labonté. Aber auch die alten Etiketten müssen ab. Danach geht es für die Flaschen in ein 60 und anschließend in ein 80 Grad Celsius heißes Bad mit einer basischen Lösung.

Dass Coca-Cola in eine neue Reinigungsanlage investiert, hänge auch mit dem vermehrten Wunsch der Kunden nach Glasflaschen zusammen, erklärt die Sprecherin Christina Witt. Dies hänge wohl mit dem wertigeren Image der Glasflasche zusammen, vermutet sie. Ob die Glasflasche umweltfreundlicher sei, lasse sich aber nicht per se sagen. Entscheidend sei, ob die im Vergleich zum Plastik schwerere Glasflasche nach dem Befüllen noch weite Wege vor sich habe oder nicht. Während die Glasflasche durchschnittlich mehr als 20-mal genutzt werden könne, ende der Lebenszyklus einer Plastikmehrwegflasche nach rund 15 Befüllungen.

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