Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha sieht die Impfpflicht nicht als Tabu an. Foto: dpa

In Baden-Württemberg wird derzeit geprüft, ob eine Impfpflicht gegen Masern für Kinder und Jugendliche eingeführt werden soll. Nun hat sich der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha dazu geäußert.

Stuttgart - Baden-Württemberg prüft die Einführung einer Impfpflicht gegen Masern für Kinder und Jugendliche. Wegen der unbefriedigenden Impfquote dürfe eine Impfpflicht für Kinder, die Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Schulen besuchen, kein Tabu sein, sagte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage.

Die aktuelle Zunahme der Masernerkrankungen und die permanente Unterschreitung der empfohlenen Impfquote von 95 Prozent für die zweite Masernimpfung im Land zeigten, dass Impf-Appelle und Aufklärung allein offenbar nicht genügen, sagte der Minister. Zudem empfiehlt er „dringend“ eine Überprüfung des aktuellen Impfstatus nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch für Erwachsene.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will demnächst einen Gesetzentwurf für eine Masern-Impfpflicht vorstellen. Der brandenburgische Landtag hatte sich vergangene Woche als erstes für die Einführung eine Masern-Impfpflicht ausgesprochen. Die Landesregierung wurde aufgefordert, eine Bundesratsinitiative für bundesweite Regelungen auf den Weg zu bringen.

Sehen Sie im Video: Was denken Menschen in Stuttgart über die Impflicht? Wir waren mit der Kamera in der Innenstadt unterwegs und haben uns umgehört:

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