So hatte der erste Entwurf der Planer ausgesehen. Foto: Stadt Göppingen

Von dem Projekt, das den Kornhausplatz unverwechselbar machen sollte, bleibt wohl nicht viel übrig. Am Donnerstag debattiert der Gemeinderat über die neuen Pläne.

Göppingen - Als die Pläne für den neuen Kornhausplatz vor dreieinhalb Jahren vorgestellt wurden, begeisterte vor allem eine Sache viele Stadträte und Bürger: die grüne Wand, eine begehbare Konstruktion, die dem Platz mithilfe von Rank- und Kletterpflanzen sowie Stauden eine ganz eigene Atmosphäre schenken und die Betonwand des angrenzenden Parkhauses verdecken sollte. Jetzt zeichnet sich ab, dass von dem ambitionierten Projekt nicht viel übrig bleiben könnte. Am Donnerstag soll der Gemeinderat zustimmen, stattdessen einige Säulenhainbuchen zu pflanzen, um das etwa 15 Meter hohe Parkhaus zu verdecken. Momentan zeichnet sich eine Mehrheit für den Vorschlag ab, bei den Grünen regt sich hingegen Protest.

„Wir sind froh, das es bei dem Thema jetzt überhaupt wieder vorangeht“, sagt etwa der Fraktionschef der SPD, Armin Roos. „Man hatte ja lange Zeit das Gefühl, dass sich da gar nichts mehr tut.“ Insofern könne seine Fraktion sich vorstellen, für die „kleinere Lösung“ zu stimmen, um überhaupt mehr Grün auf den Platz zu bringen.

Stadt will unabhängige Begrünung

Achim Fehrenbacher (CDU) fand die ursprünglich geplante grüne Wand zwar ansprechend, hat sich aber wie viele andere Stadträte von der Argumentation der Stadtverwaltung überzeugen lassen. Diese weist daraufhin, dass die Parkhausgesellschaft nicht mit Sicherheit sagen könne, wie lange das Gebäude steht. Die grüne Wand oder größere Rankhilfen aber hätten mit dessen Fassade verbunden werden müssen. „Wir können das ja nicht nur für fünf oder zehn Jahre bauen“, sagt Fehrenbacher. Die geplanten Hainbuchen, die unabhängig von der Fassade gepflanzt werden könnten, seien daher die günstigere Lösung. Zumal man ältere Bäume kaufen könne, die mit etwa acht Metern Höhe einen großen Teil der Fassade verdeckten.

Der Sprecher der Parkhausgesellschaft, Dieter Feil, ist zurzeit nicht erreichbar. Wie er über die Zukunft des Parkhauses denkt, ist deshalb unklar. Im vergangenen Juli hatte Feil gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass das Parkhaus aus baulicher Sicht durchaus noch 20 Jahre stehen bleiben könne, was dann folge, sei offen. Gegen eine Konstruktion, die an der Fassade andocke, habe die Gesellschaft nichts, solange die Wand weiterhin für Inspektionen zugänglich sei.

Grüne bestehen auf dem ursprünglichen Entwurf

Die FWG-Fraktion habe noch nicht entscheiden, wie sie zu dem neuen Konzept stehe, berichtet Wolfram Feifel. „Wir hatten immer Zweifel, ob man die grüne Wand so bauen kann, dass sie wirklich sicher ist“, sagt er. Allerdings könne er sich auch nicht so richtig vorstellen, wie die neue Lösung aussehen würde. Die bisher vorliegenden Skizzen seien ihm zu wenig. „Ich bin kein Architekt, mir reichen ein paar Striche nicht als Veranschaulichung.“ Er wünscht sich deshalb, dass die Stadt mit einer Visualisierung nachlegt, bevor seine Fraktion eine Entscheidung fällt.

„Was hier vorliegt, ist ein sehr dünner Kompromiss, den wir nicht wollen“, kritisiert der Grünen-Chef Christoph Weber. Der Gemeinderat habe bereits vor vielen Monaten beschlossen, die grüne Wand zu bauen. Diese habe sich durch die Mischung aus Rank- und Hängepflanzen sowie Stauden über die gesamte Fläche der Parkhausfassade ausgezeichnet. „Wir erwarten ein Konzept, das auf dem ursprünglichen Entwurf basiert“, fordert er. Dass das Parkhaus irgendwann abgerissen werden könnte, hält er für wenig wahrscheinlich. Überhaupt hätten viele Gemeinderäte seinerzeit für den bereits umgesetzten Entwurf zur Sanierung des Kornhausplatzes gestimmt, weil sie die Idee mit der grünen Wand überzeugt habe. Ohne diese wirke der Platz unfertig und steril.

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