Hoffnung auf neue Erfolge bei den Stuttgart Scorpions. Foto: Pressefoto Baumann

Der Football-Club will die sportliche Malaise hinter sich lassen und wieder in die Play-offs einziehen. Dafür strukturiert er sich um – und setzt verstärkt auf Coaching.

Stuttgart - Der Start war keiner nach Maß. 7:15 unterlagen die Stuttgart Scorpions beim Saisonauftakt der German Football League (GFL) am vergangenen Wochenende beim Aufsteiger Kirchdorf Wildcats. „Es war ein sehr holpriges Spiel“, umschreibt Sebastian Putz aus der Vorstandsriege des Clubs die Partie, bei der im Angriff um Quarterback Frank Brock noch häufig die Präzision fehlte.

Als Grund mag gelten, dass in diesem Jahr kein Saisonvorbereitungsspiel stattgefunden hat. „Die Mannschaft hat sich gegen die Wildcats nun aber als Team zusammengefunden“, betont der zweite Vorsitzende, der hofft, dass im Heimspiel an diesem Samstag (18 Uhr) im Gazistadion gegen die Ingolstadt Dukes der erste Saisonerfolg gefeiert werden kann.

Ein Verein im Umbruch

Ein Sieg würde den Scorpions guttun, dem neuen Trainer Jermaine Guynn, dem GFL-Team sowie der Funktionärsmannschaft um Sebastian Putz – denn der Verein befindet sich seit Herbst 2016 in einem massiven Umbruch. Erfolge können in dieser Neuausrichtung ein wichtiger Katalysator sein. Denn längst vorbei sind die Zeiten, in denen die Scorpions im Play-off-Halbfinale standen wie zu Beginn des Jahrtausends, als der Club 2007 gar im German Bowl um die Meisterschaft spielte und im Gazistadion den Brauschweig Lions vor 8152 Fans unterlag.

Selbst die Qualifikation für die Play-offs ist keine Selbstverständlichkeit mehr. 2013 wurden sie erstmals verpasst, 2016 und 2017 kämpften die Scorpions sogar gegen den Abstieg aus der Südgruppe der GFL. „Wir befinden uns in einem Entwicklungsprozess“, sagt Putz, „mittelfristig wollen wir wieder Erfolge feiern.“

Vorstand und Sponsoring neu gedacht

Nach dem Abgang des langjährigen Clubchefs Markus Würtele (neuerdings Präsident des American Football und Cheerleading Verbandes Baden-Württemberg) wurde die Vorstandsarbeit neu strukturiert. Da ein erster Vorsitzender fehlt, wurde die Arbeit unter Putz (Marketing) sowie seinen Vorstandskollegen Erwin Schmidt (Sport), Carolin Wenzelburger (Geschäftsstelle) und Michael Hulsmann (Schatzmeister) aufgeteilt.

Immerhin: Die Sponsoren haben den Scorpions trotz der sportlichen Malaise die Treue gehalten, der Saisonetat (der nicht genannt wird) soll sogar leicht gestiegen sein. Das Sponsoring wird ebenfalls neu strukturiert – Putz schwebt vor, den Partnern für ihren finanziellen Einsatz einen Mehrwert zu bieten, Synergien zwischen Sponsoren herzustellen. „In unserem Verein steckt unbeschreiblich viel Potenzial, wir müssen nun die guten Ansätze weiterverfolgen“, versichert Putz, der darauf hofft, dass in der Hauptversammlung am Jahresende ein neuer Clubchef gewählt werden kann. Neue Scorpions braucht die Stadt.

Zurück zu den Erfolgen der Vergangenheit

Aufgrund der mageren Ergebnisse der zurückliegenden zwei Jahre stecken die Stuttgarter mehr Geld ins Coaching. So lässt der neue US-Quarterback Frank Brock auch seine Trainererfahrung einfließen, die er auf Highschool-Niveau gesammelt hat. Der neue Chefcoach Jermaine Guynn (32) lebt seit 2014 in Stuttgart, er kennt den Club sowie das Umfeld und bringt sich zudem in die Jugendarbeit ein. „Wir wollen die Scorpions wieder dahin bringen, wo sie mal waren“, sagt der US-Amerikaner, der ganz genau weiß, dass ihm viel Arbeit mit einem ebenfalls neu formierten GFL-Team bevorsteht. „Jermaine kennt den Herzschlag des Teams und unsere Organisation sehr gut“, sagt Sebastian Putz, „er passt zu Stuttgart.“

Die Scorpions wollen zurück die Vergangenheit, wieder regelmäßig in den Play-offs auftauchen – deshalb haben sowohl Jermaine Guynn als auch der Vorstand dieses Saisonziel ausgegeben: mindestens Platz vier in der Südgruppe der German Football League soll es werden, also die Qualifikation fürs Play-off-Viertelfinale. Ein Erfolg am Samstag wäre ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung.

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