Der SGV Freiberg hat für die Zukunft des Wasenstadions Planungssicherheit. Der Beschluss des Gemeinderats von Freiberg am Neckar (Kreis Ludwigsburg) ist aber nur eine Minimallösung. Und manchen geht selbst das zu weit.
Es ist eine Entscheidung, mit der viele Beteiligte leben können und manche leben müssen. Die Stadt Freiberg bezahlt die Installation einer Flutlichtanlage für das Wasenstadion. Außerdem beteiligt sie sich an den Kosten für die Erweiterung der Sitzplätze und für Nachbesserungen im Gästebereich. Das hat der Freiberger Gemeinderat am Dienstagabend beschlossen. Einen Tribünen-Neubau gibt es wie im Vorfeld erwartet nicht.
Den Fußballern vom SGV Freiberg sichert das bis auf Weiteres zumindest den Spielbetrieb in der Regionalliga. Allerdings: Profifußball kann am Wasen unter diesen Bedingungen weiterhin nicht gespielt werden. Ein Aufstieg in die 3. Liga wäre mit der aktuellen Spielstätte nicht möglich, auch wenn er sportlich gelänge. Eine Drittligalizenz für die kommende Saison hat der SGV deshalb gar nicht erst beantragt.
300 000 Euro soll die Flutlichtanlage kosten, das hat der Verein errechnet. Diese Summe will die Stadt „unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit“ beisteuern und wird sie auch in den Haushaltsplan 2025 aufnehmen. Was darüber hinausgeht, muss der Verein selbst bezahlen. Zu den Kosten für die neuen Zuschauerplätze steuert die Stadt zehn Prozent oder maximal 100 000 Euro bei.
„Es ist nicht das, was der SGV wollte“, sagt der Freiberger Bürgermeister Dirk Schaible. „Aber wir kommen dem Verein mit dem Beschluss entgegen.“ Der SGV ist von dem Ergebnis derweil enttäuscht, die Absprache über den Beschluss sei nicht ausreichend gewesen, sagt Präsident Emir Cerkez. Die Einwände des SGV-Anwalts Thomas Himmer seien von der Stadtverwaltung nicht beachtet worden und man sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Cerkez bezweifelt, dass es wirklich zum Flutlichtbau kommt.
Der Beschlussvorschlag wurde im Vorhinein mit mehreren Parteien besprochen, in einer internen Sitzung vor knapp zwei Wochen. Neben der Stadt nahmen der Ältestenrat des Gemeinderats, der SGV-Vertreter und die TuS Freiberg teil. „Die Vereine sind dort geschlossen für die Flutlichtanlage eingetreten“, sagt CDU-Stadtrat und SGV-Mitglied Willi Zimmer. „Es profitieren schließlich alle davon, der SGV nutzt das Wasenstadion ja nicht alleine.“
Ursprünglich hatte der Verein noch auf ein Erbbaurecht gepocht, wodurch der SGV mehr Kontrolle über die Zukunft des Stadion s erhalten hätte. Dies lehnte der Gemeinderat in seinem Beschluss ab, stattdessen erhält der SGV ein Nutzungsrecht über 25 Jahre für Wasenstadion, Trainingsplätze und Umkleiden – das reicht aus, um die Auflagen für den Regionalliga-Spielbetrieb zu erfüllen, flexible Investitionen des SGV ins Stadion sind so aber nicht möglich.
„Regionalliga-Fußball hat am Wasen keine dauerhafte Zukunft“
Die Sitzung im Gemeinderat kam am Dienstag ohne größere Diskussionen zum Thema aus. Der Beschluss erntete viel Zustimmung, war aber nicht einstimmig. SPD-Stadtrat Klaus-Peter Bakalorz etwa stimmte gegen den Vorschlag, er stört sich vor allem an den veranschlagten 300 000 Euro für die Flutlichtanlage: „Mit diesem Finanzrahmen kommen wir niemals hin. Damit ist am Ende keinem geholfen.“ Die Stadt stoße außerdem bereits mit ihren Pflichtaufgaben an finanzielle Grenzen, es sollten daher nicht auch noch Gelder für freiwillige Leistungen in den Haushalt aufgenommen werden. Zumal die Ausgangslage schlecht sei: „Auch Regionalliga-Fußball hat am Wasen keine dauerhafte Zukunft“, so Bakalorz.
Mit dem Gemeinderatsbeschluss findet eine lange Hängepartie zwischen Stadt und Verein ein vorläufiges Ende – doch die Wogen scheinen noch nicht geglättet.