84 Prozent der älteren Köngener sind sehr zufrieden mit der Gemeinde. Das ergab eine Umfrage. Aber Bürgermeister Otto Ruppaner will noch weitere Angebote für die Seniorinnen und Senioren schaffen.
Köngen - Was es bedeutet, in Köngen älter zu werden, hat Thorsten Mehnert vom Kuratorium Deutsche Altenhilfe (KDA) mit seinem Team untersucht. An einer Umfrage nahmen 37 Prozent der befragten Seniorinnen und Senioren teil. „Nicht zuletzt dieses große Interesse zeigt uns, dass wir mit unseren Projekten für das Seniorenwohnen richtig liegen“, kommentierte der Bürgermeister Otto Ruppaner den erfreulichen Rücklauf. Zurzeit wird die Lindenturnhalle an der Denkendorfer Straße abgerissen. Dort soll betreutes Wohnen entstehen. Dafür wird nun im Lauf des Jahres ein Investor gesucht. Über das rege Interesse freut sich der Verwaltungschef.
„Die Arbeiten laufen ganz nach Plan“, lobt Ortsbaumeister Oliver Thieme den schnellen Fortschritt beim Abriss. Vom Energieversorger hat er die Nachricht bekommen, dass Mitte des Jahres auch das Transformatorenhäuschen abgerissen und verlegt wird, das dem Jugendhaus „Trafo“ den Namen gab. Schritt für Schritt setzt die Gemeinde Projekte um, die dem demografischen Wandel in der Gesellschaft Rechnung tragen. Im Rahmen des landesweiten Projekts „Quartier 2030“ wird auch die Gemeinde Köngen durch das Ministerium für Soziales und Integration bei der Entwicklung des neuen Quartiers auf dem Lindenturnhallenareal unterstützt. Von den Befragten gaben rund 35 Prozent an, dass sie in eine spezielle, altersgerechte Wohnform umziehen möchten. 33 Prozent der älteren Köngener möchten zuhause bleiben und einer Pflegeperson beschäftigen.
Mit dem betreuten Wohnen, das die Gemeinde auf dem Areal der Lindenturnhalle plant, will man dem Bedarf der älteren Generation Rechnung tragen. Da soll es auch eine Tagespflege geben. Zwischen 34 und 59 solcher Wohnungen werden nach Schätzungen des KDA in Köngen gebraucht. Die Hälfte der Befragten wünscht sich eine barrierefreie Wohnung, in der die Selbstständigkeit lange möglich bleibt. Für eine Wohnanlage mit direkter Anbindung an einen Pflegedienst sprach sich ebenfalls die Hälfte aus. Eine Hausgemeinschaft mit anderen schwebt 40 Prozent der Befragten vor. Weniger beliebt sind dagegen Alten- und Pflegeheime.
Um die städtebaulichen Voraussetzungen zu schaffen, bekommt Köngen Unterstützung von Land und Bund. Für die Ortskernsanierung IV hat Köngen erst kürzlich weitere 800 000 Euro Fördermittel bekommen; bereits 2018 hat die Kommune 700 000 Euro an Förderung eingeworben. Damit wurden unter anderem die Räume des Jugendhauses „Trafo“ im „Burgforum“ finanziert. Auch die Sanierung des CAP-Marktes in der Ortsmitte hat davon profitiert. Aus den Töpfen werden auch private Sanierungsprojekte gefördert.
Mit der Wohngemeinschaft in der Spitalgartenstraße entsteht ein innovatives Projekt, das die Sozialstation Wendlingen und der Krankenpflegeverein Köngen gemeinsam planen. Diese neue Wohnform bietet Menschen mit Demenz die Chance, mitten im Ortskern zu leben. Dabei bekommen sie die intensive Betreuung, die sie auch im Pflegeheim bekämen – nur eben in einer kleineren Einheit. Mit dem Seniorenzentrum Haus Ehmann im Schlossgarten ist Köngen damit gut aufgestellt, was Angebote für Ältere angeht.
In der Umfrage ging es aber auch um die Lebensqualität für Ältere. „Dass 84 Prozent der Befragten den Zustand der Ortsmitte als gut oder sehr gut empfinden, macht uns stolz“, sagt der Bürgermeister. Dennoch freute er sich auch über die vielen Anregungen aus dem Kreis der Befragten. Ein Drittel von ihnen sieht durchaus Handlungsbedarf. Sie wünschen sich mehr Sitzgelegenheiten und öffentliche Toiletten. Aber auch bei den Gehwegen und Straßenbelägen sehen die älteren Bewohner Handlungsbedarf. Diese Impulse wollen Ruppaner und sein Verwaltungsteam aufgreifen. Er freut sich aber, „dass wir manches schon vorangebracht haben.“ Da denkt er an die Sitzbänke, die die Bürgerstiftung angeschafft hat.