Deutsche gelten als Aktienmuffel, doch Baden-Württemberger stellen dabei die Ausnahme dar. Foto: dpa

Baden-Württemberger setzen nicht allein aufs Sparbuch, sondern investieren auch viel am Kapitalmarkt. Auf der anderen Seite bleibt fast jedem siebten Bürger im Südwesten am Monatsende nichts mehr zum Sparen übrig.

Frankfurt - Am Klischee vom sparsamen Schwaben ist offenbar etwas dran: In Baden-Württemberg legen einer aktuellen Umfrage zufolge besonders viele Menschen monatlich Geld zurück. Im Bundesvergleich haben sie außerdem überdurchschnittlich stark am Kapitalmarkt investiert. Das geht aus einer Regionalauswertung einer europaweiten Erhebung von JP Morgan Asset Management hervor, der Vermögensverwaltung der gleichnamigen US-Bank. In Deutschland wurden dafür 2100 Bürger befragt.

Nur 13 Prozent der Befragten im Land gaben an, am Monatsende kein Geld zum Sparen übrig zu haben – das ist der niedrigste Wert bundesweit. Im Bundesschnitt lag der Anteil der Nicht-Sparer bei 17 Prozent, in Berlin sogar bei 26 Prozent.

Betriebsrente ist im Ländle überproportional stark verbreitet

Bei der Geldanlage setzen die Baden-Württemberger nicht allein aufs Sparbuch, über das 60 Prozent der Befragten verfügen, sondern stärker als in anderen Regionen auch auf Aktien (18 Prozent), Anleihen (neun Prozent) und Investmentfonds (29 Prozent). Bei allen diesen Anlageklassen belegen die Sparer im Ländle einen Spitzenplatz. Auch die Betriebsrente ist im Südwesten überproportional stark verbreitet: 21 Prozent der Befragten gaben an, auf die betriebliche Altersvorsorge zu setzen. Bundesweit gilt dies nur für elf Prozent der Umfrageteilnehmer. „Die Menschen in Baden-Württemberg sind im Vergleich der Regionen in Deutschland diejenigen, die die Möglichkeiten des Kapitalmarkts am besten ausschöpfen“, kommentiert Christoph Bergweiler von JP Morgan Asset Management. Eine mögliche Erklärung dafür liefern die vergleichsweise hohen Einkommen: Der Erhebung zufolge verfügen 37 Prozent der Haushalte in Baden-Württemberg über ein Netto-Einkommen von mindestens 3500 Euro. In anderen Regionen fallen deutlich weniger Haushalte in diese Einkommensklasse, auch im wohlhabenden Nachbarland Bayern – wobei dort ein Drittel aller Befragten jegliche Auskunft zu ihren Vermögensverhältnissen verweigerten. Im Bundesschnitt gaben lediglich 21 Prozent der Befragten an, über ein Netto-Haushaltseinkommen von 3500 Euro oder mehr zu verfügen.

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