Geislinger Salzlagerhalle sammelt Preise reihenweise Hohe Funktionalität und Baukunst eng vereint

Von Philipp Braitinger 

Die Geislinger Salzlagerhalle erfreut  sich mehrerer Auszeichnungen. Foto: RP Stuttgart
Die Geislinger Salzlagerhalle erfreut sich mehrerer Auszeichnungen. Foto: RP Stuttgart

Das Salzlager der Geislinger Straßenmeisterei, das dem Stuttgarter Regierungspräsidiums unterstellt ist, wird bereits zum dritten Mal für seine Architektur ausgezeichnet. Funktionalität und Form scheinen hier perfekt zusammen zu passen.

Geislingen - In der Regel kommen die Gebäude der Straßenmeistereien eher schlicht daher. Die Funktionalität steht im Vordergrund. Dass sich gestalterische Qualität und Funktionalität nicht zwingend ausschließen müssen, das zeigt die im vergangenen Jahr fertiggestellte Salzlagerhalle der Straßenmeisterei in Geislingen.

Neben der Auszeichnung „Deutscher Holzbaupreis 2017“ hat das Bauwerk bereits den Titel „Best architects 18 – Winner“ gewonnen. Kürzlich kam nun auch noch die Hugo-Härig-Auszeichnung des Bundes Deutscher Architekten (BDA) für das von Stefan Mang und dem Hochbauamt Ulm entworfene Gebäude hinzu. In dem Wettbewerb konkurrierten insgesamt 35 Bauwerke aus den Landkreisen Esslingen und Göppingen.

Dem „Kleinen Hugo“ könnte sogar noch der „Große Hugo“ folgen

Der Hugo-Häring-Preis für herausragendes Bauen wird in Baden-Württemberg alle drei Jahre vergeben. Die heuer mit dem so genannten „Kleinen Hugo“ prämierten Bauten kommen nächstes Jahr ins große landesweite Finale um den „Großen Hugo“. In diesem Jahr wurden, wie berichtet, neben der Salzlagerhalle in Geislingen folgende Gebäude ausgezeichnet: die Kreissparkasse Süßen von Tilman Schalk, der Hochschulneubau in Esslingen von Markus Neumann, die Obdachlosenunterkunft in Ostfildern von Camilo Hernandez, die Kindertagesstätte Weckholder in Aichtal von Christof Simon und ein Einfamilienhaus in Esslingen-Wiflingshausen, nach einem Entwurf von Dietmar Schneck.

Die Geislinger Salzlagerhalle wurde innerhalb von elf Monaten gebaut und im September 2016 in Betrieb genommen. Die Kosten betrugen fast eine Million Euro. In dem Lager können 1500 Tonnen Salz und 60 000 Liter Sole für die Region Geislingen vorgehalten werden. Das Material soll dazu dienen, ein 380 Kilometer langes Straßennetz eisfrei zu halten. Von besonderer Bedeutung sind dabei die 17 Auf- und Abstiege von der und zur Schwäbischen Alb.

Das Salz hat einen konservierenden Effekt auf das Holz

Das mehrfach prämierte Gebäude besteht aus einer Lagermulde und einer darauf aufgesetzten Wetterschutzhülle. Die Elemente, die direkten Kontakt zum Salz haben, sind aus Holz, weil das Salz einen konservierenden Effekt auf das Holz habe, heißt es in einer Mitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart (RP). Für die Statik der Halle wurde Stahlbeton verbaut. Durch die Konstruktion und die verwendeten Materialien sollen Bauschäden vermieden werden, die in der Vergangenheit oft in derartigen Lagerhallen auftraten, weil das Salz die Bausubstanz beschädigt hatte.

Das Gehöft der Straßenmeisterei gehört dem Bund, wird vom RP verwaltet und ist organisatorisch dem gemeinsamen Straßenbauamt der Kreise Esslingen und Göppingen zugeordnet. Neben dem Göppinger Landrat Edgar Wolff und seinem Esslinger Kollegen Heinz Eininger, die unisono betonten, „dass es immer ein Zeichen guter Architektur ist, wenn Funktionalität und Form zusammenfließen“, freute sich deshalb vor allem Regierungspräsident Wolfgang Reimer über die Auszeichnungen: „Dass gleich drei Preise auf die Geislinger Straßenmeisterei herabregnen, macht uns natürlich stolz. Das zeigt, dass sich Funktionalität und Baukunst in optisch ansprechender Weise ergänzen können.“

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