Liebestolles Rehwild gefährdet Autofahrer Foto: dpa

Es ist Paarungszeit bei den Rehen – deshalb ermahnen die Jäger alle Autofahrer zu ganz besonderer Achtsamkeit in Feld und Wald. Jederzeit könnten „liebestolle Rehe unkontrolliert vor das Fahrzeug laufen“, warnte der Landesjagdverband in Stuttgart.

Stuttgart - Es ist Paarungszeit bei den Rehen – deshalb ermahnen die Jäger alle Autofahrer zu ganz besonderer Achtsamkeit in Feld und Wald. Jederzeit könnten „liebestolle Rehe unkontrolliert vor das Fahrzeug laufen“, warnte der Landesjagdverband in Stuttgart.

Für das Rehwild beginnt Mitte Juli die Brunft (Paarungszeit). Ricke und Bock queren dann nicht nur frühmorgens und in den Abendstunden die Straße, sondern im Rausch der Hormone auch mittags.

Im vergangenen Jahr verendete durchschnittlich alle zweieinhalb Minuten ein Reh (rund 200 000) auf Deutschlands Straßen. Durchschnittlich 3400 Menschen werden durch Wildunfälle verletzt, 30 Menschen sterben sogar an den Unfallfolgen. Allein auf Baden-Württembergs Straßen werden laut Verband pro Jahr rund 20 000 Rehe getötet. Im vergangenen Jahr wurden 207 Menschen bei Wildunfällen verletzt, 66 davon schwer. Die Gefahr, die von einer Kollision mit einem Wildtier ausgeht, werde immer noch unterschätzt: Ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit einem 50 Stundenkilometer schnellen Pkw bereits eine Aufschlagkraft von einer halben Tonne - bei einem 80 Kilogramm schweren Keiler (männliches Wildschwein) können es sogar bis zu zwei Tonnen sein.

Auf ein Tier folgt in der Regel auch ein zweites – man sollte also immer bremsbereit sein. Lenkrad gerade halten, bremsen, hupen und abblenden, das sind die weiteren Tipps. Und: Wer ein verletztes oder getötetes Tier nicht meldet, verstößt gegen das Tierschutzgesetz und das Jagdrecht.

Doch auch wenn ein Tier nur angefahren wurde und flüchten konnte, muss unverzüglich die Polizeizentrale benachrichtigt werden. Diese wird den zuständigen Revierpächter herbeirufen, der mit speziell ausgebildeten Jagdhunden nach dem verletzten Tier sucht. Meist kann dem Wild durch die Suche viel Leid erspart werden.

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