Die Außengastronomie vor dem Stuttgarter Opernhaus ist seit Sonntag offiziell eröffnet. Zuvor war über das Vorhaben viel diskutiert worden. Sind die Konflikte nun entschärft?
Schnipp – durch ist es. Lachend durchschneiden Oberbürgermeister Nopper, Staatssekretär Arne Braun und der Geschäftsführende Intendant der Staatstheater, Marc-Oliver Hendriks, am Sonntagmittag das rot-weiße Absperrband. Damit sind sie eröffnet, die „Theater Terrassen“, begleitet von klassischen und jazzigen Klängen von Bläsern des Staatsorchesters: die temporäre Gastronomie unter freiem Himmel und Baumkronen vor dem Opernhaus zwischen Schicksalsbrunnen und Schillerdenkmal am Eckensee nahe der Informationsbox zur Opernsanierung. Sie sei im „Stuttgart-Tempo“ geplant, genehmigt und umgesetzt worden, so Hendriks. Er dankte – auch für die Chefs von Oper, Schauspiel und Ballett, Viktor Schoner, Burkhard C. Kosminski und Tamas Detrich – Stadt, Land und Ämter und begrüßte die Gäste.
Statt 140 gibt es nun 99 Sitzplätze
Gekommen waren Mitglieder von Landtag, Gemeinde- und Bezirksbeirat, etwa Veronika Kienzle, Bezirksvorsteherin Stuttgart-Mitte, und Landtagspräsidentin Muhterem Aras. Wurde doch monatelang um das Außengastronomieprojekt der Württembergischen Staatstheater hart gerungen, auch eine Fahrraddemo dagegen war organisiert worden. Denn die Hauptradroute 1 führt an Schauspielhaus und Oper vorbei. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) monierte, dass die Gastronomie die Hälfte der gemeinsam von Radfahrern und Fußgängern genutzten Fläche einnehme.
Neben der Größe des Gastronomieangebots, das von Wirt Alexander Scholz betrieben wird, wurde auch um den Standort des Toilettencontainers gestritten. Dieser ist nun nicht auf den ersten Blick zu entdecken, befindet sich fern der Radstrecke auf den Parkplätzen der Mitarbeitenden. „Alles soll sich unauffällig sich in die Umgebung fügen“, so Thomas Koch, Kommunikationschef der Staatsoper. Auch die Anzahl der Sitzplätze wurde reduziert. Geplant waren 144, nun befinden sich 90 auf dem Gelände mit Bänken und Tischen in hellen und mittelbraunen Tönen.
Die Reduktion finden auch die Fahrradfahrenden gut, die sich zur Eröffnung einfanden. „Frau Kienzle hat dafür gekämpft, ein Kompromiss, mit dem man leben kann“, hieß es. „Aber man hätte auch die Gastro vor dem Schauspielhaus nehmen können.“
Nopper betont friedliche Koexistenz mit den Radlern
OB Nopper betonte in seinem Grußwort die friedliche Koexistenz der verschiedenen Akteure. Theater und Kulinarik gehörten schon seit der Antike zusammen, er plane mit dem ADFC-Kreisvorstand eine Tandemtour samt Einkehr auf den Theater Terrassen. Staatssekretär Braun wiederum unterstrich, dass sich die Staatstheater öffneten in die Stadtgesellschaft, so einen „Raum der Möglichkeiten“ schaffen. Er erinnerte daran, dass man ja auch mal die anderen Kunstinstitutionen der Kulturmeile jenseits der Konrad-Adenauer-Straße anschließen wollte. „War da nicht was mit Steg?“, meinte er. „Ein erster Schritt! Im Herbst resümieren wir gemeinsam und schauen, was geht.“