Konstantinos und Roula Nottas haben in der Ludwigsburger Fußgängerzone das Physi eröffnet. Sie wollen den Gästen eine Auszeit auf einer kleinen griechischen Insel bieten.
Sie leben ihren Traum. Zuerst der kleine Laden in der Schorndorfer Straße, dann vor eineinhalb Jahren der Umzug ins Modehaus Oberpaur und jetzt eine kleine Oase in der Kirchstraße. Am 1. September haben Konstantinos Nottas und Roula Notta-Griva das Physi dort eröffnet. Zwei Wochen später sitzen die beiden in ihrem modernen, aber bewusst schlicht gehaltenen Café- und Feinkostgeschäft in der Fußgängerzone und strahlen um die Wette. „Es läuft super“, sagt Konstantinos Nottas. „Wir haben seit der Eröffnung immer gut zu tun.“
Kein Wunder. Zum einen hat sich das Paar an den anderen Standorten in den vergangenen Jahren eine Stammkundschaft erarbeitet. Zum anderen gibt es immer mehr Menschen, die authentische, qualitativ hochwertige Produkte schätzen. Und genau das möchte das Paar bieten. „Wir wollen für sie so etwas wie eine kleine griechische Insel sein, auf der sie sich für eine kurze Zeit vom stressigen Alltag erholen können“, sagt Roula Notta-Griva.
Freddo Espresso statt Frappé
Wer Griechenland mit Gyros und Frappé verbindet, der wird im Physi allerdings nicht fündig. Kaltgetränk aus Instantkaffee und Eiswürfel? Konstantinos Nottas verzieht das Gesicht. „Das ist nicht Griechenland.“ Wer im Physi einen Kaffee möchte, bekommt ihn – auch einen eisgekühlten. Aber statt des Instantkaffees wird hochwertiger Kaffee aus der Rösterei Valenio in Thessaloniki verwendet. Die Eiswürfel werden mit einem frischen Espresso-Shot verblendet, bis eine cremige Masse entsteht. Auch der Freddo Cappuccino hat seine Fans, erzählt der 49-jährige Gastronom. Ebenso wie der Kaffeecocktail à la Physi: Ein Espresso mit Mandarinensaft und echter Vanille. Und natürlich bekommen die Gäste auch einen griechischen Mokka im Physi.
Konstantinos und Roula Nottas sind zwar im Ländle geboren und aufgewachsen, ihre Wurzeln liegen aber in Griechenland. Das zeigt ein Blick in die Regale im Physi. Dort stehen ausschließlich griechische Erzeugnisse. „Wir haben relativ wenig Produkte, aber dafür sehr hochwertige aus kleinen Manufakturen und von Produzenten, die wir alle kennen. Und sie sind alle zuckerfrei und ohne Konservierungsstoffe“, sagt Konstantinos Nottas. Honig, fermentierter schwarzer Knoblauch, Marmeladen, Weine, Kräuter, Schokolade stehen dort, und natürlich darf im griechischen Feinkostgeschäft auch Olivenöl nicht im Sortiment fehlen. Um die Eigenmarke produzieren zu können, hat das Paar auf dem östlichen Peloponnes eine Plantage gekauft.
Nicht immer sind alle Produkte verfügbar. Manchmal bleibt ein Regal auch leer. „Wenn die Haselnusscreme frisch produziert wird, dann müssen wir und unsere Kunden eben warten. Wir geben unseren Produzenten auch die Zeit, um hochwertige Ware herzustellen“, sagt Nottas. Und die kann, wenn auf künstliche Zusätze verzichtet wird, nie gleich schmecken, fügt der Gastronom an.
Veranstaltungen sind geplant
Apropos schmecken. So gut wie alle Produkte können im Physi probiert werden. Und on top gibt es vom Chef und der Chefin viel Infos zur Herstellung und zur Philosophie. Die beiden wollen zufriedene, aber auch informierte Gäste. „In Deutschland bekommt man aus Griechenland leider oft B- und C-Ware, dabei hat das authentische Griechenland so viel mehr zu bieten“, schwärmt Nottas. Im Physi bringt er es – außer Dienstag und Mittwoch – jeden Tag von 8 bis 18 Uhr auf die Teller und in die Tassen. Sonntags kann von 10 bis 12 und von 12 bis 14 Uhr gebruncht werden.
Auch Veranstaltungen soll es immer wieder geben. Zum Beispiel mit den Produzenten. „In den Produkten steckt so viel Arbeit. Die Leute wissen das oft gar nicht“, sagt Konstantinos Nottas.