Am 25. September hat es auf der Waldau gebrannt. Foto: Archiv 7aktuell.de/Alexander Hald

Womöglich hat ein technischer Defekt den Brand im Vereinslokal der Eintracht Stuttgart auf der Waldau ausgelöst. Die Polizei wollte die Aussage des Pächters allerdings noch nicht offiziell bestätigen.

Degerloch - Eigentlich war alles unter Dach und Fach. Per Handschlag, erzählt der Gastronom und Unternehmer Heiko Grelle, habe der Nachmieter der Vereinsgaststätte der Eintracht Stuttgart auf der Waldau vor zwei Wochen zugesagt, dort künftig das Heft in die Hand zu nehmen.

Doch dann kam alles anders. Am Sonntag, 25. September, brannte das Vereinslokal der Eintracht lichterloh. Jetzt wurden neue Hintergründe zu dem Feuer bekannt – und auch, wie es wahrscheinlich mit der Gaststätte weitergeht.

Grelle will von den Brandermittlern erfahren haben, dass das Feuer von einem technischen Defekt ausgelöst wurde – und nicht etwa von dem Koch, was bislang nicht ausgeschlossen werden konnte. Über den Schaden, der anfangs grob mit 120 000 Euro beziffert worden ist, gibt es keine neuen Erkenntnisse. Die Versicherung signalisierte aber, für den Betrag aufzukommen. Die Polizei wollte den technischen Defekt als Brandursache allerdings nicht bestätigen, bevor alle Ermittlungen abgeschlossen seien.

Schlechtester denkbarer Zeitpunkt

„Es ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, zu dem das passiert ist“, sagt Grelle. Denn der neue Pächter, dessen Name Grelle vor der Vertragsunterzeichnung noch nicht nennen will, wird sich wohl bis zum Ende des Jahres mit reinem Schankbetrieb zufriedengeben müssen – so lange soll es dauern, bis eine neue Küche eingebaut ist. Der Nachfolgepächter soll den Betrieb zum 1. November übernehmen.

Grund für den Ausstieg Grelles, der auch die Schräglage-Gastronomien in der Innenstadt und die Gastro des Casinos im SI-Centrum betreibt, hänge nicht mit der Wirtschaftlichkeit der Vereinsgaststätte zusammen, wie gemutmaßt wurde. „Wir machen auch das Catering im Gazi-Stadion. Und da dort die Küche aufgerüstet wurde, waren die Synergieeffekte mit der Eintracht-Küche hinfällig“, erklärt Grelle.

Schaden vor allem beim Verein

Von Vereinsseite spricht nichts gegen einen Pächterwechsel. „Wenn der Nachmieter die Räume jetzt schon beziehen möchte, gerne“, sagt der Eintracht-Vorsitzende Eckehart Fritz. Er hofft, dass möglichst bald wieder im Vereinslokal gekocht werden kann. Der Pachtvertrag mit Grelle läuft erst 2018 aus. 2015 waren die Betreiber der Stuttgarter Szene-Gastros in die Eintracht eingestiegen und hatten zeitgleich auch die Bewirtung des Gazi-Stadions übernommen.

Der Schaden, der durch den Brand entstand, betrifft vor allem den Verein, da ihm die Küche, die Zwischendecke und das Dach gehört. Dort wüteten die Flammen am schlimmsten. Bei Grelle sei den Flammen nur „Kleinkram“ anheimgefallen. Die Versicherung will die genaue Schadenssumme in den nächsten Wochen beziffern. „Dann können wir endlich nach vorne gucken“, sagt der Vereinsvorsitzende Fritz.

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